Balkonkfraftwerk zu ESS mit Multipluss-II umbauen

Moin,

ja, den klaren Schnitt habe ich gezogen. Bei dem 24V-System bin ich geblieben, aber seit Anfang dieses Monats läuft bei mir ein Cerbo, ein Multiplus 2, ein MPPT 100/50 und eine Offgrid LifePO4 mit 314 AH. Außerdem erfasse ich den Stromfluss im Haus mit einem Shally Prfo 3EM, der mit dem Cerbo kommuniziert.

Den Multiplus habe ich mittels VE.Bus System Configurator mit einem ESS konfiguriert. Von meiner ersten einfachen Installation war ich gewohnt, dass maximal 350 Watt ins Hausnetz flossen. Das im Multiplus durch das ESS andere Regeln gestehen, habe ich in den vergangenen 2 Wochen gelernt.

Was ich Anfangs nicht verstand, warum nachdem Strom aus der Batterie ins Hausnetz entladen wurde (dann auch noch viel mehr als für Lasten benötigt) und gleich im Anschluss die Batterie mit Netzstrom wieder aufgeladen wurde.

Seit ich die Gründe dafür kenne, habe ich mit Node Red Flows gebaut und getestet, bis ich erreicht habe, dass nur dann aus der Batterie entladen wird, wenn es die Hauslasten erfordern. Das ist seit gestern der Fall.

Mit den Flows in Node Red steuere ich jetzt den Multiplus so, dass er erkennt, wann Strom im Hausnetz benötigt, den entlädt er. besteht die Last nicht mehr, stoppt er die Entladung.

Das ist auf diesem Diagramm auch sehr schön zu sehen. Der PV-Ertrag und Multiplus dinauf der blauen Phase A, gelb und schwarz sind die beiden anderen Phasen mit unterschiedlichen lasten. Mein Flow erkennt, dass im Haus zusätzlicher Strom benötigt wird und lädt ihn aus der Batterie. Die Last reduziert sich und die Entladung wird gestoppt.

Das Ziel, möglichst viel PV-Ertrag selbst zu nutzen ist damit erreicht. Überschüssiger Strom geht nur dann ins öffentliche Netz, wenn er im haus nicht benötigt wird.

Dazu ist aber absolut keine Programmierung durch den Anwender nötig, das ist in den Einstellungen des ESS ganz einfach zu realisieren.

Mit den Einstellungen des ESS habe ich das nicht hinbekommen. Mag sein, dass ich etwas falsch gemacht habe. Hast Du ein Beispiel wie das machbar ist?

Das ist eigentlich die Grundaufgabe eines ESS, da musste ich nicht viel einstellen, denn IMO ist das Standard. Falls Du was verstellt hast, dann wäre das ja leicht zu korrigieren. Wie steht bei Dir im ESS der “Grid setpoint”?
gridsetpoint

Meinst Du mit IMO In My Opinion (= Meiner Meinung nach).?

Der Gridsetpoint ist 50W.

Das ist eigentlich die Grundaufgabe eines ESS,

Das war auch meine Erwartung. In der Praxis hat mein ESS jedoch trotz verschiedener ESS-Modi und Grid-Setpoint-Einstellungen tagsüber unnötige Lade-/Entladevorgänge durchgeführt und teilweise die Batterie ins Netz entladen. Deshalb habe ich eine ereignisgesteuerte Node-RED-Regelung entwickelt, die abhängig von PV-Leistung, Hauslast und Batteriezustand zwischen ‘Nur Wechselrichter’ und ‘Ein’ umschaltet. Die ersten Ergebnisse zeigen deutlich ruhigere Energieflüsse und weniger unnötige Batteriezyklen.

Dann ist da was ganz grundsätzlich falsch konfiguriert.

Kannst Du dann bitte eine Beispielkonfiguration posten die das erfüllt?

Nöö, das wäre mir daann doch zu viel Aufwand, meine ganzen Konfigurationsseiten hierher zu kopieren. Dein System ist doch das kranke, also solltest Du Deine Konfiguration hier veröffentlichen, damit der Fehler gefunden werden kann.

Das unkontrollierte Laden/Entladen kann von den nicht per CAN angeschlossenen Akkus kommen.

Der Shelly 3EM misst (mir) zu langsam und wird daher offiziell nicht von Victron unterstützt
Das blaue Energy Meter ist mit 10 Messungen pro Sekunde deutlich schneller.

Danke für den Hinweis. Mich würde interessieren, ob es dazu Vergleichsmessungen gibt. Ist die beobachtete Verbesserung mit dem Victron Energy Meter hauptsächlich auf die höhere Messrate (10 Hz statt ca. 1 Hz beim Shelly) zurückzuführen oder gibt es zusätzlich Unterschiede in der Integration ins ESS?

Schau mal hier im Forum
@dognose hat mal dazu was geschrieben

Ich hatte Shelly 3 EM mal für 4 Wochen als Gridmeter am laufen und mich dann für den VM-3P75CT entschieden, der nach meiner Meinung deutlich besser läuft.

Danke für den Hinweis. Den Beitrag von @dognose schaue ich mir auf jeden Fall an. Kannst Du mir einen Link zu einem konkreten Post schicken?

Mich würde vor allem interessieren, woran sich der Unterschied konkret gezeigt hat. Ging es dabei hauptsächlich um schnellere Reaktion auf Lastsprünge bzw. weniger Netzbezug/-einspeisung oder gab es auch Unterschiede bei der Stabilität der ESS-Regelung?

Hallo Jörg

Von @dognose gab es mehrere interessante Äußerungen, daher ist es schwer den richtigen Beitrag zu nenen.

Auch von @M_Lange gab es interessantes zum Thema.

Wenn ich es richtig im Kopf habe waren , die langsamen Update Intervalle und der 3EM entscheidet selber wenn er Daten sendet Gründe. Auch die Latenz Zeit bei wackligen WLAN hatte ich irgendwo mal als Gründe für ein kabelgebunden Grid Meter gelesen.

Die Art der Dbus Programmierung scheintbei dem 3EM Skript auch nicht mehr up-to-date zu sein. Ich hab das Thema Dbus Skripte irgendwann mal komplett aufgeben und nutze entweder kompatibele Geräte oder Node Red.

Gruß

Dirk

Danke für die Hinweise. Das bestätigt meinen Eindruck, dass die Regelgüte nicht nur vom Messgerät selbst abhängt, sondern von der gesamten Kette aus Messwerterfassung, Übertragung und Verarbeitung. Ich werde mir die Beiträge von @dognose und @M_Lange einmal in Ruhe ansehen.

VG Jörg