Unser Haus in den Niederlanden besitzt eine 3-phasige Elektroinstallation. An eine Phase ist eine Enphase PV-Anlage mit 11 Micro-Umformern angeschlossen (bei der Installation war das Haus noch einphasig).
Da ab 2027 in den Niederlanden eine neue Vergütungsregelung für das Einspeisen gelten wird, überlege ich nun, ein einphasiges Victron ESS anzuschaffen und zu installieren. Ich habe ein bisschen Erfahrung mit Victron (PV-Anlage auf meinem Camper, Multiplus auf dem Boot meines Schwagers) und war immer sehr zufrieden mit den implementierten Lösungen.
Hier zunächst mal meine Anforderungen:
Die PV-Anlage soll vor allem den Eigenbedarf decken, danach den Akku aufladen und als letztes ins Netz einspeisen.
Der Akku soll – wenn die PV wenig oder nichts liefert – den Eigenbedarf decken.
Um die Kosten zu minimieren, soll das Netz nur dann Strom liefern, wenn die Eigenerzeugung nicht ausreicht. (Das gilt natürlich immer, wenn die Lasten auf anderen Phasen auftreten als dort, wo die Eigenerzeugung stattfindet. s.u.)
Außerdem möchte ich bei Stromausfall für einen Teil meiner Stromverbraucher eine Energiequelle erhalten.
Da die Frequenzverschiebung bei Enphase nur über Modbus mit einem Envoy-S metered zu implementieren ist (mir hat man damals ein Standard Envoy ohne CT installiert), muss das ESS netzparallel installiert werden. Aber wegen einer etwas speziellen Installation hier im Haus mit 2 Sicherungskästen auf 2 Etagen bleibt mir nichts anderes übrig, als die PV über eine andere Phase (als ESS) laufen zu lassen, wenn ich die Gasheizung auch bei Netzausfall mit Spannung versorgen will. Damit bliebe bei Stromausfall nur der Akku als Energiequelle – was ich aber zunächst für ausreichend ansehe - und die Batterieladung wäre nur über das Netz und nicht die PV möglich.
Der Multiplus II muss zur Gewährleistung der genannten Anforderungen vor allem die drei Phasen überwachen und dafür sorgen, dass der über alle Phasen summierte Bedarf aus dem Netzt so klein wie möglich ist. (In NL werden nicht die einzelnen Phasen abgerechnet, sondern die Gesamtmenge.) Im ESS-Handbuch steht, dass der MP2 in der Lage ist, den Verbrauch auf einer Phase durch Einspeisung aus Batterie oder direkt gekoppelter PV auf anderen Phasen auszugleichen. Aber gilt das auch andersherum? Soll heißen: kann eine PV-Einspeisung an einer Phase automatisch zum Aufladen des Akkus mit einer anderen Phase genutzt werden? Kann das so gesteuert werden, dass es vom Ergebnis einer Direktladung gleichkommt? Was muss dabei beachtet werden?