Wann bringt Victron VEConfigure für Linux oder MacOS auf den Markt?

Hallo

Ich hatte zwar schon seit Mitter der 80er Jahre Windows verwendet und Software entwickelt, finde aber die Produktpolitik von MS zunehmend als nervig und unzumutbar.
Ich habe mich daher schon vor Jahren von Windows und Microsoft völlig abgewandt und stehe nun vor dem Dilemma, dass ich keinen einzigen Windows-Rechner mehr besitze.
Und jetzt soll ich mir zum Konfigurieren eines einzigen MultiPlus II extra einen Windows-PC oder -Laptop zulegen?
Zwingt Victron mich wirklich dazu, auf Drittprodukte eines Softwareriesen zurückzugreifen, den ich persönlich inzwischen als absolut nicht mehr vertrauenswürdig und als vollkommen unseriös empfinde?

Sorry, aber das halte ich für völlig aus der Zeit gefallen – erst recht für eine Software (VEConfigure), die mehr als nur in die Jahre gekommen zu sein scheint.
Ich dachte immer Victron ist ein Technologie-Unternehmen. Dass dennoch neueste Geräte nur mit einem Oldtimer-System konfiguriert werden können, will mir nicht ganz in den Kopf.
Weiss jemand mehr, ob Victron an dieser veralteten Technologie unbedingt festhalten will oder vielleicht doch eine Linux oder MacOS Lösung auf den Markt bringt? Umsatz mit den MP’s machen sie ja eigentlich genug, als dass sie sich einen anständigen Entwickler leisten könnten.

Kurzfassung: Nach allem, was öffentlich dokumentiert ist, gibt es aktuell kein natives VEConfigure für macOS oder Linux.

Im offiziellen VEConfigure-Handbuch steht unter „Supported Platforms“ ausdrücklich: „The VEConfigure tools are only available for Windows.“ Für Mac wird nur ein nicht offiziell unterstützter Workaround genannt.

Praktisch heißt das leider:

  • einfache/unterstützte Einstellungen zuerst mit VictronConnect prüfen, wo es für dein Gerät reicht
  • für VE.Bus-Spezialthemen wie bestimmte Assistenten, ESS-/Netzcode-nahe Einstellungen usw. bleibt VEConfigure oft der relevante Weg
  • wenn ein GX-Gerät mit Internet vorhanden ist, kann Remote VEConfigure den lokalen MK3-USB ersetzen, aber die VEConfigure-Software selbst ist weiterhin Windows
  • für eine einmalige MultiPlus-II-Konfiguration ist aus meiner Sicht der sauberste Weg: kurz Windows-Notebook/VM nutzen oder jemanden mit MK3/VEConfigure ranlassen, statt an kritischen Einstellungen mit Wine/Workarounds zu basteln

Ich finde das auch nicht besonders modern, aber für eine belastbare Anlagenkonfiguration würde ich mich an die offiziell unterstützte Werkzeugkette halten.

VE Configure soll über kurz oder lang vollständig durch VictronConnect ersetzt werden. VC ist heute schon nativ für vielen Betriebssystemen verfügbar. Deshalb nehme ich nicht an dass noch in VE Configure investiert wird. Viel eher werden die fehlenden Funktionen noch in VC integriert.

Durch Bottles, Wine oder Proton ist VE Configure ohne Probleme nutzbar unter Mac und Linux. Die Installation und Einrichtung, zumindest unter Linux mit Proton, hat ein paar Stolpersteine wie z.B. serielle Kommunikation.

Ich muss Deiner Darstellung deutlich widersprechen: Microsoft Windows ist nicht “aus der Zeit gefallen”, es steht mit dem aktuellen Apple MacOS technologisch auf einer Stufe. Allerdings verfolgen beide Softwarekonzerne eine deutliche Hegemonie-Politik, IMO ist diese bei Apple sogar noch deutlich ausgeprägter.

Victron wird sich, genau so wie jeder andere Softwareanbieter, am Markt orientieren. Und da spielen nun mal MacOs und Linux keine nennenswerte Rolle. Mir ist es viel, viel lieber, wenn sich Victron erst mal darauf konzentriert, seine eigene heterogene Konfigurationssoftware zu vereinheitlichen, anstatt sich durch Unterstützung weiterer Betriebssysteme noch weiter zu verzetteln.

Übrigens: ich habe vor 45 Jahren mit Unix-Rechnern angefangen und dann hauptsächlich für SunOS, später Solaris programmiert. PC-Betriebssysteme wie MS-DOS, Windows oder MacOS galten als Kinderkram. Erst Windows NT war ein ernstzunehmendes Betriebssystem, und auf das bin ich dann umgeschwenkt, weil es plötzlich einen Massenmarkt eröffnet hat.

MacOS war zu der Zeit faktisch tot, Apple hat es nicht geschafft, sein Betriebssystem selbst zu modernisieren. Um dem drohenden Untergang zu entgehen, brauchte Apple damals tatsächlich eine rettende Investition durch Microsoft, und wollte ein fremdes OS einkaufen. Dieser Einkauf wurde durch den Wiedereintritt von Steve Jobs gestoppt, der sein eigenes NeXT-OS mitbrachte. Dieses NeXT-OS ist im Grunde das heutige MacOS.

Bis heute haben sich aber die verschiedenen Unternehmenskulturen von Microsoft und Apple erhalten: Microsoft steht für weitgehende Hardwareunabhängigkeit und wenig Vorgaben für Entwickler, Apple hingegen für einen weitgegend geschlossenen Kosmos. Beides hat Vor- und Nachteile, aber mir ist die offene Microsoft-Welt doch lieber als die rigide, geschlossene Apple-Welt.

Sowohl Microsoft als auch Apple gehen in der praktischen Umsetzung davon aus, dass der Rechner nicht dem Benutzer, sondern dem Betriebssystemhersteller gehört. Anders sind Passagen in den EULA welche beliebigen Vollzugriff und Datenexfiltration erlauben nicht erklärbar.
Das ist für nicht wenige ein relevanter Grund diese Systeme nicht einzusetzen.

Victron hat eine starke “Fanbasis” von Nerds, wenn die das offenlegen würden gäbe es in kurzer Zeit eine Lösung die auf beliebigen Geräten läuft… und ganz sicher auch als PlugIn für VenusOS, denn GX-Geräte bringen bereits alles mit um eine funktionidentische Konfigurationsoberfläche laufen zu lassen (sowohl lokal als auch über das Netzwerk).

hallo,

du kannst das programm mit wine unter linux nutzen. nur der update des mk2 hat bei mir immer nur unter windows funktioniert.

tschuess

Danke für die konstruktive Antwort. Tatsächlich habe ich unter MacOS VECSetup_A.exe mit kegworks installiert, da wine nicht funktioniert und whisky sich nicht mehr installieren lässt. (Ich habe mich entschieden meinen Mac zum konfigurieren zu verwenden.)
Ich hoffe ebenfalls, dass VEConfigure irgendwann vollständig in VictronConnect integriert wird. Mich irritiert allerdings, dass dies bis heute nicht geschehen ist und stattdessen noch immer eine Anwendung angeboten wird, die aus den Zeiten von Windows 95 oder Windows 7 zu stammen scheint.

Mir ist schon klar, dass das Thema Windows, so wie ich es hier beschrieben habe, polarisiert. Ich möchte keine Grundsatzdiskussion über Windows, macOS oder Linux vom Zaun brechen.
Jedoch: Windows zu verteidigen, ist für mich – gerade aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit – inzwischen ein sehr fragwürdiges Thema geworden. Dabei gehe ich aufgrund Deines Kommentars davon aus, dass wir in einer ähnlichen Branche tätig sind. Wir jedenfalls betrachten Microsoft zunehmend mit sehr kritischen Augen und versuchen, wo immer sinnvoll, andere Wege zu gehen. Genau das mache ich auch privat.
Victron bewegt sich in einem Umfeld, in dem viele technisch sehr versierte Anwender und Nerds unterwegs sind. Und speziell unter Nerds ist Microsoft bekanntlich nicht unumstritten – aus meiner Sicht aus sehr nachvollziehbaren und berechtigten Gründen.
Genau deshalb wundert es mich umso mehr, dass ausgerechnet ein Unternehmen wie Victron, das ich für ein technologisch sehr innovatives Unternehmen halte, eine solche Konfigurationsanwendung zur Verfügung stellt. Das passt für mich irgendwie nicht zum sonstigen Innovationsanspruch des Unternehmens.

Hoi
Danke für den Hinweis. Ich habe mich inzwischen dazu entschieden per VRM die Konfiguration herunter zu laden, mit VEConfigure auf dem Mac bzw. Linux zu ändern und wieder per VRM auf den MP II hochzuladen. Die USB-Anbindung des MK3 ist einfach die Schwachstelle, die leider nur mit Haken und Tricks zum Laufen zu bekommen ist. Ein Seriell-USB-Treiber unter Wine ist einfach nur so eine Art Doppel-Moppel.
LG

Nochmal: das regelt der Markt. Victron baut seine Systeme nicht für Nerds, und hat das noch nie getan. Es ist umgekehrt: die extrem offene Systemstruktur und die offene Software haben Nerds angelockt. Aber die machen nur einen verschwindend geringen Marktanteil ab.

Deine Sorge bzgl der Dominanz von Microsoft nehme ich Dir auch nicht so recht ab, denn Apple war und ist in der Hinsicht weitaus schlimmer. Wenn Du dieser Argumentation folgst, darfst Du keine Unterstützung für MacOS verlangen, sondern musst Dich schon auf quelloffene Betriebssysteme kaprizieren.

Ntürlich hast Du Recht

Ich habe meine 3 Phasen MP2s mit wine und MK3 unter linux voll durchkonfigurieren können, ohne Einschränkungen.

Ich bin übr. ebenfalls zu Hause seit vielen Jahren nur noch mit linux unterwegs, verursacht durch meine langjährigen, beruflichen M$ Erfahrungen und diese ganzen Nervereien mit MS Windows.

… Windows NT hat man früher scherzhaft auch Windows Nice Try genannt, dabei blieb es wohl so, bis heute… :joy:

Mir liegt es fern, Microsoft und sein Quasi-Monopol verteidigen zu wollen, aber solche Scherze haben nur die völlig Ahnungslosen gemacht. Solche Kommentare beruhen nicht auf technischer Kompetenz, sondern reflektieren ignorante Ideologie.

Windows NT beruht in wesentlichen Teilen auf VMS, dem Betriebssystem der legendären VAX Rechner von DEC. Es war - anders als MS-DOS und die daraus abgeleiteten Windows-Versionen - sehr offen dokumentiert, und stand hinsichtlich Stabilität und Portabilität gleichauf mit allen Unix-Derivaten, war anders als alle Unixe aber aus einem Guss und deshalb konsistenter aufgebaut.

Genau deshalb haben viele Unternehmen, die bis dahin ihre Anwendungen für DOS und Windows nur mit Cross-Compilern auf Unix-Rechnern entwickelt haben, die Entwicklung komplett auf Windows NT portiert. Windows NT ist die einzige Ursache für den Niedergang der bis dahin in der Informatik absolut führenden Unix-Rechner, und auch für den Misserfolg von O/2 u.ä.. Und es ließ das alte MacOS so alt aussehen, dass Apple kurz vor der Insolvenz stand.

Ich nehme das sicher nicht persönlich, denn ich habe die Entwicklung dieses Betriebssystem live miterlebt und… oft genug erlebt, wie im produktiven Einsatz das NT OS stehengeblieben ist. Das wurde in den höheren Versionen dann bekanntermaßen besser… aber die Updatepolitik dieses OS ist einfach nur “graue Haare treibend”.

Es hieß übr. damals auch, wegen der Namensgebung…

V → W

M → N

S → T

:smiling_face_with_sunglasses:

OS/2

Nun, ich habe die Entwicklung dieses und auch früherer und späterer Betriebssysteme live miterlebt, und kann Dir bestätigen: Ausnahmslos jedes OS, mit dem ich je zu tun hatte, ist zu oft im produktiven Bereich stehen geblieben, und im Entwicklerzyklus erst recht. Darum kann es also gar nicht gehen. Aber ich kann Dir auch bestätigen, dass es zum Zeitpunkt des Erscheinens von Windows NT kein stabileres OS gegeben hat. Da kam keine Unix-Variante mit, und MacOS schon gar nicht. Erst mit NeXT-OS kam ein gleichwertiges OS auf den Markt, das hinsichtlich Entwicklerparadigmen (Objektorientierung) vorübergehend sogar deutlich überlegen war.

Microsoft war extrem daran gelegen, die Stabilität von NT auch unter Beweis zu stellen, und hat deshalb 1994 mit SoftImage sogar extra die damals absolut führende Anwendung für 3D-Grafik und Animation (u.a. bekannt geworden durch die 3D-Animationen der Saurier in Jurassic Park) aufgekauft und auf NT portiert. SoftImage lief bis dahin nur auf sündteuren Silicon Graphis Unix Rechnern. Softimage galt als die Anwendung, die die damals verfügbare Computerarchitektur bis zum äußersten Anschlag ausreizte.

Ach, mein Gott, das sind doch alles naive Wortspielereien ohne jeden Hintergrund. In dem Fall hat einer einfach die Buchstabenschiebereien aus dem Supercomputer namens “HAL” aus Kubricks “2001” übertragen. Sowas ist doch echt langweilig!

OK, hier bekommst Du das “S” zurück, das Du so großzügig ausgeliehen hast: S

Alles wird gut!

Nun, was “gut” ist, ist subjektive Ansichtssache. Aber messbare Tatsache ist: alles wird besser! Und genau genommen wird es nicht einfach so besser, sondern es wird durch unseren Willen und unsere Anstrengungen besser.

Du hast Recht!

Wie wäre denn ein virtuelles windows auf linux ,

das alte Programm hat wohl keine hohen Ansprüche ?

Danke für den Hinweis.

Eine VM wäre mit Spatzen auf Kanonen gefeuert.

Wenn, dann wäre Wine eine Lösung.

Inzwischen habe ich auch die direkte Verbindung per USB und MK3 Dongle aufgegeben. Ein Download der Config per VRM und bearbeiten mit VEC ist eigentlich die komfortablere Variante.