Regelungsverhalten netzparalleler Betrieb bei Über-/Unterfrequenz

Hallo zusammen,

beim Lesen der Entwurfsfassung der neuen VDE-AR-N 4105 bin ich auf die Passagen zur Einspeisereduzierung bei Über- bzw. Einspeiseerhöhung bei Unterfrequenz gestoßen. Die entsprechenden Regularien gibt es zwar schon in der aktuell gültigen Norm, aber mir ist nicht wirklich klar, wie die Umsetzung bei den Quattro und Multiplus-Geräten aussieht.

Denn die Vorgaben der Norm widersprechen meiner Meinung nach dem Zweck einer netzparallelen Victron-Anlage.

Beispiel Unterfrequenz: Statt einer Erhöhung der Einspeiseleistung, die ggf. den Akku ins Netz entleert, würde ich von der Victron-Analge eine Netztrennung erwarten, um im Inselbetrieb die Batteriekapazität möglichst lange zu erhalten.

Leider finde ich keine Dokumentation zum Regelungsverhalten in diesen Sonderfällen.

Wisst ihr mehr oder habt ihr es vielleicht sogar schon mal mit diesen Frequenzen am AC-In getestet?

Das wäre mir neu….dabei geht es um den Anteil an Blindleistung je nach Ländercode (q/u q/p). Die Frequenz steht da aber glaube ich in keinem Verhältnis. Da wird dann auch nicht aus der Batterie eingespeist sondern um den blindleistungsanteil während der überschusseinspeisung

Hierfür gibt es ein extra Kapitel in der Norm: 5.7.4.3 Wirkleistungsanpassung bei Über- und Unterfrequenz

Energiespeicher müssen bei Frequenzen unterhalb 49,8 Hz die momentan erzeugte Wirkleistung mit einem Gradienten von 100% P_Emax je Hertz bis zu ihrer technisch möglichen Maximalleistung steigern.

Tatsächlich…. hebelt dann wohl sogar einspeiseverbot aus.
Zum Thema unterfrequenz habe ich mich noch garnicht befasst. Das muss ich bisher überlesen haben oder ist ganz neu in der 4105.

Spannend. Aber wenn das öffentliche Netz wirklich auf 49.8 Hz absackt, steht es ohnehin kurz vor dem Kollaps.

Könnte quasi als letzte Hoffnung zum Abfangen durch unzählige ESS vorgesehen sein.

Aber brauchst denke ich keine Befürchtung haben, dass das dir dann wertvolle kwh aus dem Akku klaut, die dir dann im kommenden Blackout fehlen.

Das dürfte dann eine Frage von Sekunden bis wenige Minuten sein, bis wieder Stabilität eintritt oder eben Totalausfall.

Hat jemand den Prüfbericht zum Einheitenzertifikat. Ich bin in einer diskusion wo behauptet wird das victron seine leistung bei unterfrequenz nicht anpassenwürde und munter weiterläd das kann ich mir nicht vorstellen. Daher währe es interesant ob dieses verhalten bei der Zertifizierung getestet wurde.

hallo,

die leistungsanpassung bei unterfrequenz betrifft mit sicherheit nur die einspeisung und mehr als die maximale pv-leistung kann dann nicht eingespeist werden. der akku wird mit sicherheit nicht benutzt, um das netz bei unterfrequenz zu stabilisieren. mal abgesehen davon, dass das in DE wohl auch verboten ist!

und die einspeiseleistung ist von der akkuspannung abhaengig und wird auch nur darueber gesteuert!

tschuess

Hallo, Ohne belegbare fakten bringt das recht wenig. In der VDE steht das das bei kritischen netzsituation das einspeisen erlaubt ist.

Daher ist es nicht ausgeschlossen das der akku zur netzstützung genutzt wird hier geht es ja um kurze zeiträume und überschaubare energiemengen.

Die einspeise leistung ist nicht vom direkt vom akku abhängig dieser kann die begrenzen oder verhindern wenn der akku leer ist aber der sollwert kommt aus der ess regelung und dem eingestellten regelwert.

hallo,

das victron-system macht nur das, was konfiguriert ist und es gibt hier lediglich eine funktion fuer die ueberschusseinspeisung und die greift eben nicht bei einem ess, bei dem die leistung ueber das gx gesteuert wird!

denn das regelt den netzbezug/einspeisung auf den eingestellten netzsollwert, sofern kein PV-ueberschuss zum einspeisen vorhanden ist. wuerde der wechselrichter versuchen, diese leistung zu erhoehen, wuerde das GX den sollwert reduzieren um den eingestellten wert zu erreichen!

und dann gibt es ja auch noch die leistungsbegrenzung der einspeiseleistung auf 60% der PV-leistung! selbst wenn es in dem fall zu einer unterspannung im netz kommen sollte, koennte der wechselrichter auch bei vorhandenem PV-ueberschuss die leistung nicht erhoehen!

ein multi ist nun mal KEIN PV-wechselrichter und er wird sich im normalbetrieb auch nicht an die regeln fuer PV-wechselrichter halten, solange er keinen PV-ueberschuss einspeist!

und ich habe meinem netzversorger angeboten, die einspeiseleistung bei hoher spannung zu reduzieren und bei niedriger spannung zu erhoehen, sobald ich einspeisen darf. er hat mir das ausdruecklich verboten, ebenso die einspeisung morgends und abends aus dem akku!

du kannst machen, was du willst, sobald 2 regelungen zusammenarbeiten, wird immer das gemacht, was die regelung mit der hoeheren prioritaet vorgibt und das ist in dem fall das gx und nicht der wechselrichter. erst wenn ein PV-ueberschuss eingespeist wird, steuert das der wechselrichter selbst und kann sich dann an die vorgaben halten! lediglich den leistungsabhaengige powerfaktor kann der wechselrichter im ESS-betrieb immer einhalten!

und bei netzkritischen situationen wird sich das ess eher vom netz trennen, um weiterhin die verbraucher an ac-out versorgen zu koennen!

und auch normaler PV-wechselrichter koennen ihre leistung dann nicht mehr erhoehen, weil sie normalerweise bereits mit maximaler leistung arbeiten und falls das nicht der fall ist, weil die einspeisung auf 60% begrenzt ist, weiss ich nicht, ob diese leistungsbegrenzung ignoriert wird, um das netz zu stuetzen!

oder mit anderen worten: es ist nicht moeglich, eine vorgabe zu erfuellen, wenn das technisch nicht moeglich ist, weil z.B. die dafuer noetige leistung einfach fehlt oder andere einstellungen das verhindern!

tschuess

Die Funktion sind nicht einstelbaer sollten aber itigiriert sein. Der Multiplus 2 hat ein Zertifikat nach 4105 als Energiespeicher mit Um-
richter und die norm fordert das und es sollte funktionieren egal was gerade eingestellt ist es seiden der netzschutz steht nicht auf 4105.
Es geht mir lediglich darum ob jemand die Prüfberichte zu dem Zertifikat hat dort sind alle messungen und ergebnisse der Messung für die Zertifizierung eingetragen. Alternativ hat das schonmal jemand an einem simuliertennetz ausgetestet.

Netztrennung <47,5hz >51,5 zwischen 50,2 - 51,5 muss er seine leistung zurückfahren und fals er gerade am laden ist darf er diese nicht reduzieren solange der akku noch nicht voll ist (Die frequenz wird sich nicht stundenlang in solchen bereichen aufhalten) und bei unterfrequenz 49,8 - 47,5 darf er seine leistung nicht reduzieren und muss einen eventuell laufenden ladevorgang in der leistung reduzieren. Eine umschaltung auf Notstrom währe so immer noch gewärleistet

hallo,

was einstellbar ist, haengt vom grid-code ab!

und dass er bei zu hoher frequenz die einspeiseleistung reduziert duerfte auch klar sein, aber ich glaube nicht, dass er zugunster einer netzunterstuetzung von eigenversorgung auf netzbetrieb oder laden umstellt!

ich habe mir gerade die einstellungen mal angesehen, auf unterfrequenz reagiert er nur mit einer trennung vom netz und auf ueberfrequenz auch erst ab 50,2 Hz, wenn man dort nichts anderes einstellt. wie schnell er dann die einspeiseleistung reduziert, kann man aber nicht angeben!

aber die warscheinlichkeit ist sehr hoch, dass er wegen ueberspannung abschaltet, bevor die frequenz ueber 50,2 Hz geht!

der multi wird deshalb wohl auch die ladeleistung nicht reduzieren, wenn die netzfrequenz absinkt! mal abgesehen davon, dass die vom gx geregelt wird und nicht vom multi und das gx interessiert sich nicht fuer eine frequenzabweichung!

mal abgesehen davon, ich kann mich nicht erinnern, das sowas in DE jemals vorgekommen ist, ausser ein teil des netzes wurde auf einen generator umgeklemmt und die frequenz hochgefahren, um die PV-anlagen vom netz zu nehmen.

es gibt zwar in kraftwerken eine frequenzabhaengige leistungsregelung um die frequenz stabil zu halten, wenn sich die frequenz aendert, die hat aber auch nicht soviel einfluss, als dass sich dadurch die netzfrequenz so stark aendern wuerde und hast du auch nur annaeherungsweise eine vorstellung, wieviele kraftware im netz aktiv die frequenz aendern muessen, damit sich die wirklich aendert? da wird sich eher die spannung als die frequenz aendern und ueber- oder unter-spannungsschutzeinrichtungen ansprechen!

und dann gibt es ja auch noch die vorschrift, ein steuergeraet anzuschliessen, um die einspeisung abzuschalten oder den bezug zu begrenzen! da wird eher das ausgeloest als irgendeine reaktion auf die netzfrequenz!

wenn das netz unterstuetzt werden muss, dann kann man das eher an der netzspannung als an der frequenz feststellen und konstante werte kann man da auch nicht nehmen, das geht nur dynamisch!

der multi reagiert uebrigends im ess-betrieb recht empfindlich auf netzspannungsschwankungen, was durchaus zu groesseren abweichungen vom leistungssollwert fuehren kann!

du wirst also mit sicherheit keine entsprechenden messwerte finden, zumindest nicht fuer eine zu niedrige frequenz!

tschuess

Hallo, wer behauptet denn dass bei unterfrequenz Leistungsänderungen gefordert sind? Es erfolgt eine Abschaltung aber von Leistungserhöhung ist in 4105 nicht die Rede… lasse mich gerne des besseren belehren.

Die Ergebnisse stehen im Zertifikat und kann man auf Victron Professionell runterladen.

VDE 4105 5.7.4.3 dort ist ein diagram aufgeführt welches das beschreibt. Das was ich bisher gefunden habe scheint aber nicht der komplette prüfbericht zu sein dafür ist er zu kurz.