PV an AC OUT und 100% SOC / Frequency Shifting

Hallo zusammen,

ich betreibe seit einigen Monaten 3 x MultiPlus5000 und einen Fronius Symo Advanced am AC Out.

Ich habe heute erstmals einen Stromausfall simuliert, bei dem ich bei ca. 95% SOC in den Tag starte und die PV Anlage kontinuierlich über die Frequenzregelung gedrosselt wird. Das hat soweit auch gut funktioniert, sodass bei ca. 99% SOC der Fronius komplett abgeschaltet wurde (53 Hz).

Nun zum Problem;

Nach ca. 2 Minuten schaltet der Fronius wieder dazu, obwohl der Akku schon / noch bei 100% ist. Nach kurzen Lichter-Flackern habe ich den Test abgebrochen und den Fronius manuell abgeschaltet.

Ich hätte erwartet, dass der WR erst wieder bei ca. 51V dazuschaltet, wie im ESS / PV Assistenten hinterlegt ist. Stattdessen startet der Fronius nach dem “kill” direkt wieder, testet das Netz, und geht mit Vollgas in die 100% SOC rein (Frequenz erneut bei 50 Hz)

Habe ich eine Einstellung übersehen? Wie ist das “normale” Verhalten in einer solchen Situation? Müssten die Victron nicht dauerhaft die Frequenz auf 53Hz halten, sodass sich der Fronius nicht wieder dazuschaltet bis die Batterie genug Reserve zum puffern hat?
Oder woher soll der Fronius wissen, ab wann er wieder in die Insel liefern darf? Von den 51V aus dem Victron Assistenten kann er ja nichts wissen? Die Batterie wird über CAN Bus gesteuert und DVCC ist aktiviert

Vorab vielen Dank

Davon braucht der Fronius nichts zu wissen. Frequenz geht wieder runter

Ich vermute die 51V Schwelle war hierfür nicht verantwortlich dieser Wert hat nur eine Funktion wenn er über der Schwelle des Bulk liegt. Hier brauchst du nur was einzutragen wenn der Fronius zu spät dran wäre.

The frequency will reset itself automatically, in case one of the following conditions is met:

  1. the battery voltage drops below the re-bulk voltage threshold: the voltage that makes the system restart the charge cycle. For lithium batteries this threshold is defined as the float voltage minus 0.8V. Note that when float is configured to 54.8 volts or higher, then the battery voltage needs to drop below 54V. For lead batteries, the re-bulk voltage is defined as 5.2V below the configured float voltage. Unless that is configured to 56.8V or higher: then the battery voltage needs to drop below 51.6V.

  2. the system is connected to mains or generator power. As soon as it sees a voltage on AC-in, it will sync the AC frequency to 50Hz and then connect.

Alternatively, power cycle the system with the rocker switch on the front panel on the inverter/charger.

To prevent this from happening again, check your configured absorption voltage: setting it lower will prevent the overvoltage condition from happening again.

Danke für die Info. Ich habe bei mir Absorpotion 56,8V und Float 56V.

Deiner Aussage nach hätte ich die 50 Hz also erst wieder bei 54V erreichen dürfen? Das entspricht bei mir ca. 99% SOC, was schon eher Sinn ergibt.

Welche Einstellung hätte das verhindern können? Bzw. wo kann ich auf die Suche gehen?

Wie ist denn normalerweise das Verhalten in so einem Sonnigen Insel-Fall & vollem Akku?

  • Akku wird über WR und Frequency Shifting geladen
  • WR wird bei 100% SOC und über 53 Hz abgeschaltet
  • Batterie wird entladen bis Spannung erneut < 54V
  • WR prüft dauerhaft Netz und schaltet dazu, wenn Frequenz erneut ~ 50 Hz

Was passiert denn, wenn der Stromausfall bei 100% SOC und praller Sonne passiert? Da bringen doch alle Faktor x Regeln nichts (1,5kwp / 4,8kwh)? Das BMS wird ja jede Ladung blockieren & die 15kw Überschuss wurden zu dem Zeitpunkt noch ins Netz geleitet, Zeit für Drosselung bleibt da ja nicht beim Stromausfall…?

VG

55,2V wenn ich das richtig verstehe 56V -0,8V. Das mit 54,8 ist ein Beispiel.

Die 1:0 Regel ist vermutlich genau für den Fall SoC100 und dann Netzausfall. Bei einem Akku der groß genug ist reicht die Reserve bis zur Regelung. Das geht ja fix… 53Hz und dann geht’s max. 200ms.

Ich habe da noch nie daran rumgespielt und keine Erfahrung aber ich würde folgendes machen:

Da der Assistent auf dem Multi läuft gehe ich davon aus dass die Multieigenen Einstellungen dafür verantwortlich sind. Ich würde am Multi die Float und Absorbtion konservativ etwas niedriger einstellen. Die Einstellungen werden vom BMS sowieso überbügelt. Aber vermutlich ist das Frequenz Shifting an die Daten des Multi gebunden.

Ich nutze die von Victron unterstützten Batterien mit den Einstellungen aus der Victron Kompatibilitätsliste, und damit funktioniert das ganz gut. Suche dir eine vergleichbare Batterie und übernimm die Einstellungen in der VE configure. Und dann teste.

Ok danke für den Tipp - ich habe noch mal ein wenig in den Diagrammen geschaut, mein BMS lässt kurz nach dem WR Neustart 40A Ladestrom zu. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht zu wenig ist, um den WR einzupendeln.

Ich werde die Float / Absorption mal konservativer anpassen. Ich müsste wohl unter 55V fallen, damit mein BMS ca. 100A Ladung zulässt. Bin nur etwas verwundert, es scheint als ob wenig User hier den Worst-Case wirklich mal ausprobiert haben, da findet man zumindest recht wenig im Netz. Bei dem aktuellen Verhalten würde ich nicht gerne in den Urlaub fahren… :slight_smile:

Hallo,

ich habe heute noch mal den Stromausfall bei konservativeren Batterie Settings simuliert.

Absorption 55,8V und Float 55V.

Diesmal hat der Fronius WR während dem Stromausfall durchgehend die Frequenz geregelt bzw. wurde nicht abgewürgt (Versuchsdauer ca. 80 min) , Victron ESS hat es irgendwie so geregelt, dass ich nie über die 53Hz (kill) kam. Demnach konnte ich auch nicht testen, ob / wann die Frequenz wieder fällt (in der Theorie Float - 0,8V = 54,2V).

Ist das Verhalten so gewollt, dass ein AC WR so lange wie möglich mit der minimalsten Leistung während offgrid & voller Batterie mitläuft?
Oder sollte er eher abgeworfen werden, bis die Batterie wieder Luft zum puffern hat? (SOC<100%)

Während den 90 min. Offgrid gab es laut Oszi kaum nennenswerte Schwankungen im Netz, obwohl ich m.E. hin und wieder leichtes Flackern der Lichter beobachten konnte. Hierbei hängt mein gesamtes Haus am AC Out. Konnte das auch schon jemand beobachten?

Der Fronius hätte während dem Stromausfall gerne ~4 kw liefern wollen und wurde fast durchgehend auf ca. 100W gedrosselt.

Netz während dem Freq, Shifting bei ca. 52Hz.

Beim hinzuschalten vom Kaffee-Vollautomat ist mir dann kurzzeitig das Netz zusammengebrochen (starkes Lichter-Flackern), worauf hin ich dann den Offgrid - Versuch abgebrochen habe. BMS hatte zu dem Zeitpunkt noch ca 100A CCL und 180A DCL angezeigt.

Was könnte neben den CCL & DCL Limits noch zu einem instabilen offgrid Netz führen?

Batteriekabel sind alle eher überdimensioniert & mit Drehmoment verschraubt.

VG

… hat hier jemand schon mal Netzausfall bei vollem Akku & PV AC Out getestet und kann vielleicht Erfahrungen teilen? …

Hallo Jonas, Erfahrung ist übertrieben aber testen mach ich immer. Die Frequenz geht in der Regel schlagartig auf den eingestellten Wert (bei mir mit Ländercode D auf 52Hz) und der Fronius stellt die Arbeit ein. Wenn sich das bei hohem Ertrag langsam hocharbeitet habe ich auch schon beobachtet dass sich das bei meinen Pylontech mal Zeit lässt bis über 53V an den Batterien anstehen. Aber kurz bevor ich manuell eingegriffen hätte schaltet er aus.

Dein Flackerndes Licht… Ich würde das mal ohne AC PV beobachten. Im normalen Inselbetrieb kommt es schon vor das getacktete Heizelemente an der Beleuchtung ein Flackern verursachen. Kommt auch auf die Leuchten und Heizelemente an wie stark sich das auswirkt. Wenn ich die Kreissäge starte geht meine Beleuchtung auch kurzzeitig völlig in die Knie. Wenn man im Inselbetrieb das Messgerät zur Messung der Schleifenimpedanz startet kann man an der Beleuchtung fie Spannungseinbrüche auch sichtbar machen. Das ist jetzt schwer zu beurteilen wie berechtigt deine Sorgen sind… Ich würde das mal ohne AC PV im Inselbetrieb beobachten, Kaffeemaschine, induktionskochfeld, Backofen, Thermomix, Geschirrspüler sind die typischen Geräte. Die Leistung muss oft garnicht so hoch sein, wenn Sie schlagartig kommt und geht reichen oft auch kleinere Leistungen um sensible LED Beleuchtung so zu beeinflussen dass man es gut wahrnehmen kann.

Danke für die Rückmeldung!

Ich habe genau den selben Versuch noch mal ohne PV an AC Out gestartet, und das Netz blieb super stabil. Inkl. Kaffeemaschine, Waschmaschine, etc.
Sowohl das Umschalten von On - zu Off-Grid wie auch der Betrieb selbst, auch keine Ausschläge im Oszi.

Die Batterie liefert also grundsätzlich genug Leistung, um auch die Spitzen abzudecken (32 kwh/ 180 DCL).

Dass es mit PV zu dem Problem kommt, kann ja dann m.E. entweder am Zusammenspiel Fronius - Victron liegen, oder dass der Fronius die Batterie zu sehr beschäftigt (laden / entladen), sodass kein Puffer mehr für die Victrons übrig ist. Wobei der Fronius ja ohnehin nur noch mit wenigen Watt (~300-500W) gearbeitet hat…

Am Ende alles kein Weltuntergang, nur ärgerlich.

Durch Faktor 1 Regel und 1,5-4,8 Regel ist meine gesamte Victron Anlage fast unnötig zu groß geworden, werde meine PV wohl wieder an AC IN hängen..

Ggf. gibt es im deutschen Forum weniger Feedback, denke Stromausfall ist hier eben zu selten für wirkliche Langzeiterfahrungen.