Probleme bei Cerbo GX Auswertung mit kombinierter AGM + LiFePO4 Installation

Ich habe eine kombinierte Batterieinstallation, bestehend aus

  • 2x Victron AGM Super Cycle 125 Ah plus
  • 3x LiFePO4 Batterien BOS LE300 mit je 168 Ah

Die LiFEPO4 Batterien sind ausdrücklich als Ergänzungsbatterien zu bestehenden Bleibatterien konzipiert.

Ein SmartShunt 500A ist zwischen den AGM Batterien und der Bordelektrik eingebaut und kann den Zufluss und Abfluss zur kombinierten Batteriebank messen. Ein weiterer SmartShunt 300A ist vor den LiFePO4 Batterien eingebaut und kann somit den Strom messen, der in und aus der LiFePO4 Batteriebank fliesst.

Zusätzlich gibt es noch einen MPPT 75/15 Solarregler, der in die Batteriebank einspeist.

Der Ladezustand der LiFePO4 Batteriebank kann über einen 0-10V Anschluss ausgelesen werden. Den frage ich ab mit einem Victron Tank GX 140, den ich zusammen mit den anderen Victron Geräten an einen Cerbo GX angeschlossen habe.

Jetzt gibt es 2 Probleme:

  1. Ich gehe davon aus, dass das BMS der LiFePO4 Batterien korrekte SOC Werte ausgibt. Es gibt aber große Abweichungen zu den Werten, die über den SmartShunt 300A ermittelt werden, z.T. mit Abweichungen von 30-40%. Kann es sein, dass die Berechnung mit den Werten aus dem SmartShunt so große Fehler ergibt? Ich glaube es zwar nicht, aber möglicherweise liegt es an den Parametern der SmartShunt Konfiguration? Welche Werte sollte man nehmen?
  2. Victron bietet ja nette grafische Übersichten über die Installation/Stromflüsse. Leider passen die Konfgurationsmöglichkeiten nicht gut an so eine verteilte Systemlandschaft. Kann man die Darstellung irgendwo selber konfigurieren? Es handelt sich ja um eine Webseite, die angezeigt wird. Kann man die irgendwo umprogrammieren? Bei dem Cerbo GX handelt es sich ja ohnehin um ein Linux-basierendes System. Kann man das System von außen verändern?

Zunächst mal ist so ein System völliger Quark, entweder Blei oder Lithium, eine Mischung/Parallelschaltung ist murks.
Habe ich da das richtige Produkt gefunden?:

Davon 3 Stück sind fast 6000€ für 500Ah.
Für den Preis hätte man selbst mit den relativ teuren Victron Lithium Akkus 1200Ah + BMS und Zubehör bekommen.


Wie sind denn die Einstellungen der Shunts?

Ob Quark oder nicht Quark ist ein anderes Thema.

Fakt ist, dass die LE300 Module ohne jeglichen Umbau der vorhandenen Elektrik einfach angeklemmt werden und funktionieren. Und ich habe auch weniger bezahlt als wenn ich einen Umbau mit Victron Lithium Batterien gemacht hätte.

An die Einstellungen der SmartShunts komme ich im Moment nicht heran, ich kann aktuell nur den Fernzugriff via VRM Portal nutzen und da sind diese Einstellungen offenbar nicht möglich.

Wenn die Preise stimmen, die ich zu den Teilen finde, kann ich mir das nicht wirklich vorstellen, aber gut, ist deine Sache.

VictronConnect über VRM:

Danke für den Link. Damit habe ich es hinbekommen. Hier sind die Einstellungen für meinen SmartShunt.

Für einen normalen LiFePO4 Akku würden die Werte passen.
Wenn ich das aber der Beschreibung richtig entnehme, haben die Teile noch eine Elektronik mit drin, die die Entladung und vermutlich auch die Ladung steuert, dadurch passt das vermutlich nicht mehr.

Du kannst da nur probieren, mit dem Peukert und dem Ladewirkungsgrad zu spielen.

Ich würde bei den 30-40% Abweichung zuerst nicht von einem defekten SmartShunt ausgehen, sondern von zwei unterschiedlichen SOC-Modellen.

Der SmartShunt zählt nur das, was wirklich durch seinen Messwiderstand fließt, plus seine Parameter. Das BOS-System/BMS kennt dagegen seine interne Logik, Freigaben und Begrenzungen. Wichtig zum Eingrenzen:

  • Der 300A-Shunt muss wirklich den gesamten Strom der LE300-Gruppe sehen. Kein Ladegerät, Verbraucher oder Parallelpfad darf auf der Akkuseite am Shunt vorbei laufen.
  • Kapazität im Shunt nur für den Teil einstellen, den dieser Shunt misst, also nicht versehentlich die komplette Mischbank.
  • Einmal sauber voll synchronisieren und dann Charged voltage, Tail current und Charged detection time so setzen, dass sie zur realen Ladespannung der LE300 passen.
  • Wenn die LE300-Elektronik den Strom intern begrenzt oder zeitweise anders verteilt, kann der Shunt-SOC trotzdem sichtbar vom BOS-SOC wegdriften. Dann ist der BOS-SOC oft der bessere Wert für genau diese Module, der SmartShunt aber weiterhin sehr gut für Strom/Leistung/Ah-Bilanz am Messpunkt.

Zur zweiten Frage: Die Standard-Grafik auf dem Cerbo lässt sich meines Wissens nicht einfach frei per Einstellung umbauen. Venus OS ist zwar Linux und es gibt eigene Mods/Integrationen, aber das ist dann nicht mehr die normale, updatefeste Bedienoberfläche. Für die Victron-Ansichten würde ich eher sauber über Device role, ausgewählten Batteriemonitor/System-SOC und DVCC gehen. Wenn du eine eigene Darstellung willst, ist eine externe Visualisierung über VRM/API, Node-RED oder Grafana meist der wartbarere Weg.