Ich habe einem Bekannten geholfen eine kleine PV-Anlage in Betrieb zu nehmen
ca 10 kWp
Fronius WR
MP2-3000 GX
2 x Pylontech US5000
Der Netzbetreiber fordert Nulleinspeisung - das funktioniert auch soweit
Jetzt kam der Wunsch / die Frage auf - könnte man die überschüssige Energie statt abzuregeln nicht auch nutzen, z.B. für einen Heizstab?
Ich habe mich mit sowas nie beschäftigt - man müsste jetzt ja wissen, liefert der Fronius nur 300W weil er abgeregelt ist oder sind es 300W weil nicht mehr Sonne da ist?
Hat sowas jemand umgesetzt?
Kann evtl. EVCC sowas?
NodeRED usw wäre alles kein Problem, auch die Steuerung eines Heizstabs mit z.B. 1/2/3 kW ist kein Thema - aber es gibt ja wohl kein Register in Venus das sagt was max möglich wäre?
das bekannte Henne / Ei Problem … du kannst nur ab einem gewissen hohen SOC den Heizstab aktivieren und dann kontrolliert die Lademenge in den Akku messen und diesen quasi verheizen … denn hier kann die Energie aktiv gemessen und eingegriffen werden. Eine Überschusseinspeisung zu messen und diese dann “verheizen” zu wollen wird nicht klappen.
AC Thor wäre die einfachste Lösung, da muss man nur eben die Werte entsprechend anpassen.
Der neue SolarSense kann dir die theoretisch zur Verfügung stehende PV Leistung anzeigen.
Nachteil ist da aktuell allerdings, das dieser nur per Bluetooth eingebunden werden kann, das GX Gerät muss also in BT Reichweite sein.
ja, so denke ich auch - eine komplizierte Steuerung in NodeRED die tageszeitabhängig den Heizstab einschaltet, schau was beim ESS passiert, wie der SOC ist, den Heizstab entweder ausschaltet oder weiter betreibt
wie regelt der das?
Bei mir ist es einfach, keine Nulleinspeisung verlangt, ich schaue was ins Netz geht, schalte den Heizstab entsprechend
Aber bei einer Nulleinspeisung? Man müsste wohl eher komplett anders denken, den PV-WR immer zu 100% laufen lassen, dann den Überschuss verheizen, mit Prio 1 auf Heizstab?
Ich würde das nicht so eng sehen, du (er) hat doch einen Speicher, wenn dann mal mehr verbraten wird als übrig war verlierst du (er) ein paar Prozent und wenn es zu wenig Verbrauch ist nimmt sich die Batterie das. Den Akku auf 100% halten und genau den Überschuss verbraten geht nicht. Dann einfach Volldampf Heizstab und wenn der SoC sinkt wieder etwas weniger.
ich würde anhand der Solar-Prognose ab gewissen SOC und PV-Ertrag den Heizstab einfach einschalten.
Annhame: nicht der gesammte PV-Ertrag passt in die Batterie, daher bereits früher anfangen den Wasserspeicher auf zu heizen.
Bei mir gibt es nur eine Entscheidung:
PV-Ertrag größer als Standard-Verbrauch, dann nutze ich den Heizstab mit drei einzeln schaltbaren Wendeln (0,5, 1,0 und 2,0 kW) und Shelly Pro 4 PM:
06:00-06:30 → 3,5 kW
06:30-18:00 → 0,5 kW
18:00-06:00 → aus
Damit ist mein Heizstab eine fast normale Last.
Die MP2s machen dann Null-Einspeisung und mehr könnte ich auch nicht verbrauchen, da man die WW-Speicher auch nicht immer auf 70C+ heizen sollte.
Zwischenzeitlich hatte ich eine Art PID-Controler über die drei Wendeln in Home Assitant programmiert; heute nur noch der Zeitplan über Home Assistant da ich die WW-Speicher-Temperatur nicht zuverlässig aus der Cloud bekomme.
Das geht sicherlich auch ohne Home Asstant in Venus OS Large mit NodeRed.
Damit heizt meine Gas-Heizung fast nie - auch nicht morgens um den Speicher von rund 45C wieder auf 52C zu bekommen. Tagsüber geht er je nach Nutzung auf bis zu 65C. Ich habe aber auch ausreichend Batteriespeicher um mir keine Gedanken zu machen…
Der AC Thor ist keine neue Erfindung, den gibt es schon einige Jahre und läuft in hunderten Anlagen, das funktioniert schon.
z.B. ESS Netzsollwert auf 50W, Thor auf 40W und AC-Überschusseinspeisung aktivieren aber auf 50W beschränken → Netzwert wird durch Überschuss auf etwa 0W geregelt → AC Thor regelt hoch
Es muss nicht unbedingt der AC Thor sein, ich hab den AC Elwa2, der funktioniert genau wie der Thor, hat aber “nur” 3,5kW.
Ich hab so einen und das funktioniert mittlerweile wunderbar direkt mit Victron zusammen. D.h. der braucht keinen extra Zähler, sondern kann sich die Werte direkt aus dem Victronsystem ziehen und jedes Watt an Überschuss verheizen.
Standardmäßig schaltet sich der Heizstab ab -200W Einspeisung an und nimmt jedes Watt über dieser 200W Schwelle ab und heizt damit. Dieser Wert ist aber einstellbar.
Problematisch ist nur, dass du damit dann eigentlich die Nulleinspeisung abschalten musst damit das funktioniert.
Und wenn der Warmwasserspeicher mal “voll” ist, dann würde die Energie doch wieder unbegrenzt ins Netz…
Geht aber leider nur in 100W Schritten, das sollte aber auch klappen, wenn man da 0W einstellt.
Netzsollwert auf 50W, Einspeisung aktivieren und auf 0W stellen, im AC Thor/ELWA ein Wert zwischen 0-50W einstellen.
Beim Verheizen vom Überschuss muss man eben 2 Dinge völlig unterschieden … über die AC ODER die DC Seite.
Wenn ich der AC Seite den Überschuss wegnehme, dann beeinflusse ich ja die gesamte Messung incl. den aktiven AC Out Lasten und der 0 Einspeisung. Hier wird das Messen der wirklich verfügbaren Leistung zum Ping Pong Spiel.
Viel einfacher ist die Nutzung der DC Seite … nein, kein DC Heizstab sondern ein preiswerter Wechselricher der nicht einmal Sinus haben muss. Wenn ich jetzt die DC/Akkuseite belaste, lasse ich die aktive Ac Seite mit all ihren Lasten und der 0 Einspeisung in Ruhe. Der Akku sollte natürlich über den nötigen Puffer verfügen und auch im Ernstfall die 0 Einspeisung UND den Heizstab kurzzeitig versorgen können. Wenn ich jetzt den SOC auswerte und die DC Seite beobachte, kann ich eine kleine Mehrstufige Regelung über SSR bauen.
Richtig … Solange die Anlage nicht heruntergeregelt oder belastet wird, könntest du beide Seiten als gleichberechtigt ansehen.
Aber die DC Seite hat eine wesentlich unabhängigere “Leistungszufuhr” zum Heizstab oder anderen Überschusssystemen. Die AC Seite wird ja permanent mit dem Netz “0” Ausgleich beschäftigt und / oder Lasten die dann vor und hinter den Multis hängen. Dieser AC Wert den die Multis liefern könnten wird also ständig schwanken. Die DC Seite ist hier viel stabiler … solange der Akku die Leistung liefern kann wird hier nichts reduziert oder abgeschaltet … was auf der AC Seite ständig passieren könnte. Von dieser Betrachtung her lieber DC Seite.