Einrichtung einer Victron-Anlage nach Insovenz des Installateurs

Hallo zusammen,

ich bin neu hier in der Community und suche Tipps, wie ich eine mangelhaft konfigurierte Anlage Betrieb nehmen kann, nachdem der Installateur vermutlich insolvent ist, sich zumindest nicht mehr meldet (liegt nicht an mir, bin nicht der einzige Kunde, der gerade leidet). Die Anlage ist seit Ende Nov. 25 in Betrieb mit Nulleinspeisung. Aufgrund einer besonderen Situation ist die Anlage für ein “normales Einfamilienhaus” relativ komplex. Es existiert bereits eine Dachanlage mit Solaredge-WR bisher ohne Speicher zur Versorgung des Haushalts. Ergänzt wurde das Ganze nun um eine Victron-Anlage wie folgt:

  • Anlage an einem zweiten Stromzähler für Heizung/Wärmepumpe:
    • PV-Anlage mit 6,5kWp
    • Laderegler: SmartSolar MPPT VE.Can 250/100 rev2
    • Steuerung: Cerbo GX MK2
    • Akku: 2 x Dyness 5.0
    • Wechselrichter: MultiPlus-II 48/5000/70-50
    • Messung vor dem Stromzähler des Netzbetreibers: Energy Meter VM-3P75CT
  • Kopplung der oben beschriebenen Anlage mit der Hausseite:
    • Wechselrichter: MultiPlus-II 48/5000/70-50
    • Steuerung: separater Cerbo GX MK2
    • Messung vor dem Stromzähler des Netzbetreibers: Energy Meter VM-3P75CT

Das Ganze soll am Ende so konfiguriert sein, dass die bereitgestellte Energie der neuen Anlage mit Victron auch über die beiden Akkus und den zweiten Wechselrichter auf der Hausseite genutzt werden kann, wo u.a. auch eine GoE-Wallbox mit GoE-Controller und eine Klimaanlage installiert sind. Gerade im Sommer wird auf der Heizungsseite fast keine Energie verbraucht, auf der Hausseite schon.

Die grundsätzliche Funktion wurde durch den bisherigen Installateur auch bereits realisiert, allerdings stimmen die notwenigen Berechnungen, die das System aus den gemessenen Werten erzeugt, nicht mit den realen Werten überein, sodass ich immer wieder händisch eingreifen muss.

Weiterhin hat der Installateur auch keine Anmeldung beim Netzbereiber eingerichtet, sodass die Anlage auf Nulleinspeisung läuft. Das wiederum führt dazu, dass der Laderegler auf ungefähr 0W geht, sobald die beiden Akkus gefüllt sind.

Auch ist die nächtliche Akkunutzung noch optimierungsfähig, da sie morgens oft noch um die 50% gefüllt sind, gleichzeitig aber deutlicher Netzbezug, insbesondere auf der Hausseite, erfolgt.

Letztlich muss auch – hoffentlich bald – auch mal von Nulleinspeisung auf reguläre Einspeisung umgestellt werden, sobald ich einen Elektriker gefunden hab, der das für mich beim Netzbertreiber anmeldet und dieser dann grünes Licht gibt.

Alles vor dem Hintergrund, dass vermutlich der nicht mehr präsente Installateur alle Zugangsdaten besitzt.

Das mal als Überblick, damit man sieht, wo es klemmt.

Ich freue mich auf kreative Ideen, wie ich das Chaos lösen kann.

Danke,

Geissi

Vielleicht solltest du noch den Ort der Anlage nennen…

Sorry, das mache ich doch gern. Die Anlage läuft - mehr oder weniger - in Bickenbach an der Bergstrasse.

Das rechtliche lass ich mal raus.

Wenn ich es richtig verstehe, dann möchtest Du den DC-Bus zweier Anlagen mit einer gemeinsamen Batterie teilen.
Die eine Anlage soll die Wärmepumpe mit eigenem Stromzähler versorgen.
Die andere Anlage soll das Haus versorgen, welche ebenfalls einen eigenen Stromzähler hat.
Beide Anlagen Angaben PV.

Das ist kein Standard.

Den SolarEdge im Haus müsste man per ModBus oder über einen Zähler einbinden.

Ein BMS kann nur mit einem Cerbo GX kommunizieren. Evtl kann man per NodeRed eine Virtuelle Batterie per MQTT synchronisieren.

Die Daten werden aber nie passen, da die Batterie die Ströme beider Anlagen sieht und nur einen Wert meldet.

Leider habe ich keine Lösung parat.

Wäre es eine Option, nur einen Zähler zu nutzen und einen dritten MP2 dazu zu setzen? Dann wäre es eine Standard-Ankage.

Da müßte man sich mal über VRM aufschalten können. Bin in Kürze (1-2 Wochen) mal auf dem Weg nach Koblenz und könnte die Strecke fahren und mal direkt vor Ort gucken.

Ich habe hier mal ein Foto der Installation reingestellt. Man sieht oben den Laderegler sowie den Überspannunngschutz. Darunter links den Wechselrichter für die Heizungsseite, daneben derjenige für die Versorgung der Hauselektrik. Jeder der beiden seiten hat einen eingenen Cerbo, links unten. Daneben der DC-Bus, untendrunter kann man andeutungsweise die beiden 5kW-Speicher von Dyness erkennen.
Leider ist es nicht möglich das alles an einem Stromzähler zu betreiben, da wir ja einerseits für die Wämepumpe auch einen um 10ct. günstigeren Stromtarif nutzen können und uns auch bzgl. der Einspeisevergütung keinen Gefallen tun. Die alte Anlage auf einem Süddach mit 6,5kWp und einer Einspeisevergütung von ca. 13,5ct ist in der schon deutlich ertragreicher als die neue Anlage auf dem Carport mit nur ca. 10° Dachneigung und teilweiser Verschattung für die wir hoffentlich demnächst 7,78ct. bekommen. Wenn wir beide Anlagen auf einen Zähler nehmen, macht das eine verschlechterte Mischkalkulation.

Weder der Solaredge noch der GoE-Controller der Wallbox sind aktiv in das System eingebunden. Der Ansatz des Solarteurs war, dass er jeweils nur die jeweils anliegende Leistung am Heizungs- und Hauszähler erfasst (dafür sind zwei Victron Smartmeter im Nachbarraum vorhanden) und auf dieser Basis die Steuerung realisiert.

Soweit die Punkte, die mir einfallen, verbunden mit einer Frage, die mich auch beschäftigt: Wie komme ich überhaupt auf die Anlage drauf, wenn der Solarteur diese mit einem Monteurspasswort oder ähnlichem versehen hat.

Ich habe gerade oberhalt ein paar zusätzliche Informationen und ein Foto in diesen Chat reingehängt. Wenn du wirklich einfach mal vorbeikommen möchtest und eine kreative Idee hast, bin ich absolut dabei. Woher kommst du denn, wenn ich fragen darf? Wie kommt man denn im VRM überhaupt in einen “Monteursmodus”, um etwas ändern zu können, wenn dieser durch ein Passwort gesichert ist? Das Mindeste wäre ja demnächst die Freischaltung der Einspeisung, sobald der Versorger dafür grünes Licht gegeben hat.

Interessante Anlage, aber meines Erachtens nicht zulässig, da du über die DC Seite deine unterschiedlichen Bezugstarife mischen könntest.
Du könntest z.B. mit Wärmepumpenstrom den Akku laden und das dann für die normalen Hausverbraucher nutzen.
(ob das inkl. Wandlungsverluste sinnvoll ist oder nicht spielt da erst mal keine Rolle)

Dafür wirst du wohl keinen Elektriker finden, der dir das abnimmt und anmeldet.

Was ist wenn Du die neue Carport-Anlage nicht für Einspeisung vorsiehst und bspw. als Insel fährst (2. MpII speist nur die Wallbox, Cerbo 2 steuert das System). Evtl. noch einen Akku zum Zwischenspeichern dazu setzen.

Der Cerbo 1 steuert die Ladung der Hausseite inkl. WP sowie den Solaredge auf der AC out Seite des 1. Mp

Frage den alten Solarteur nach dem Paßwort falls gesetzt (es gibt da mehrere Zugangslevel).
Falls der mauert, gibt es den Weg über Victron zum Wechsel auf einen anderen Installateur. Näheres dazu ist mit Victron abzustimmen (neuer Installateur stellt Anfrage).
Du bleibst da nur im Regen stehen wenn Du das willst. :wink: