Liebe Solarfreunde, ich habe auf meinem Hausdach eine 6,5kwp Anlage und im Keller 2x MP2 2 Phasig angeschlossen. Die Akkus werden mit 2x MPPT 250/100 geladen. Im Garten, ca. 60m Kabellänge entfernt, habe ich einen Holz-Unterstand wo ich nochmal 4 Solar Paneele installieren könnte. Stromanschluss 32A ist dort vorhanden. Meine Frage hierzu wäre, ist es effektiver die 4 Paneele als Balkonkraftwerk mit Micro WR an die vorhandene Leitung abzuschließen? Oder Das Balkonkraftwerk über eine separate 2,5m2 Leitung 60m lang an den MP2 AC Eingang abzuschließen? Oder 3. Möglichkeit ein 60m Solarkabel 10m2 zu einem Laderegler MPPT 150/85 (welchen ich noch da habe) in den Keller zu legen und den Akku mit zu laden. Ich weiß nicht wie es mit den jeweiligen Verlusten aussieht auf diese Entfernung. Alle 3 Varianten wären möglich. Natürlich solle bei Verwendung eines BKW der Ertrag auch im Victron System erfasst sein, ohne irgendwelche Zusatz Spielerei.
Vielleicht kann mir da jemand aus Erfahrung heraus Tips geben.
Du kannst leicht dutzende von Kabelrechnern im Netz finden, die Dir das ganz genau sagen können. Kurz: es kommt auf die Kabellänge an, auf die Kabelstärke, und auf die Spannung. Je höher die Spannung, desto geringer die Verluste. Wenn Du also 60 Meter Kabellänge hast und die 4 neuen Module in Reihe schaltest und so auf ca 200 V DC-Spannung kommst, liegen Deine Verluste bei gleicher Kabelstärke nur geringfügig höher als bei einem Mikrowechselrichter an den Modulen und 230V AC-Spannung. Ich würde hier die AC-Lösung bevorzugen, weil Du damit noch mehr WR-Leistung hast und damit an einem Sonnentag mehr Leistung direkt aus PV nutzen kannst. Bei der DC-Lösung brauchst Du einen größeren MPPT, der die 200 V Spannung verarbeiten kann, aber da nimmst Du natürlich ein 6mm² Solarkabel über die 60 Meter, was die geringen Verluste (wg ca 200 V gegenüber 230 V) sicher sogar überkompensiert.
Bei der AC-Lösung mit Mikrowechselrichter bist Du noch innerhalb der 1:1-Regel. Ob Du an AC-IN anschließt, oder an AC-OUT1 oder AC-OUT2 ist eigentlich belanglos, Du könntest auch irgendwo sonst in Deinem Haus anschließen. Für die Messung und Erfassung im Venus-OS kannst Du z.B. einen Shelly 1PM mit NodeRed oder mit einem Skript nutzen. Ob das Deine Anforderung “ohne irgendwelche Zusatz Spielerei” erfüllt, kannst nur Du wissen.
Ergänzung: beachte die rechtlichen Folgen der Erweiterung. Du liegst damit über der Grenze von 7 kWp Solarleistung und musst deshalb auf einen vom Netzbetreiber fernsteuerbaren Smartmeter umstellen.
Ich würde den vorhandenen Anschluss nutzen. Damit hast du am wenigsten Aufwand, und aus finanzieller Sicht wird sich sowas am schnellsten amortisieren.
Die beiden anderen Lösungen sind, m.M.n., überbewertet und weit teurer.
Du hast ja mit den MPPT DC Lader bereits ein System, dass auch offgrid/autark funktioniert, und wie oft haben wir wirklich schon Stromausfälle. Daher wäre die Lösung für mich ganz klar.