Balancer Tipp, JK schafft es nicht

Hallo zusammen,

Ich habe sechs Blöcke mit EVE-Zellen (MB31) und dem 200A JK-BMS. Bei fünf Blöcken ist alles in Ordnung, einer zickt etwas rum. Die Spannungen laufen etwas auseinander. Ich möchte nun das interne Balancing des JK abschalten und durch einen zusätzlichen Balancer ersetzen. Hat jemand einen Tipp was da aktuell das beste am Markt ist.

Gruß Matthias

Hast Du schon versucht, dieses Problem durch früheres Aktivieren des Balancing zu lösen? Ich würde da mal bis auf 3,40 V runter gehen. Und vielleicht genügt es auch, die Zellen einmal mit hinreichend geringem Strom bis auf 3,60V ausbalancieren zu lassen.

Ansonsten: die Neely Balancer haben in der DIY Szene einen guten Ruf, aber bei mir reicht der im JK Inverter BMS integrierte 2A Balancer ganz dicke aus.

ich habe auch eine älter, eine neuere Batterie

bei der neueren, es reicht die Balancer-Funktion des Daly 100Balance BMS

Die Ältere, selbst der 4A Neey Balancer ist am Ladeende überfordert

Aber dbus-serialbattery zieht dann den Ladestrom so weit herunter das es sich doch wieder ausbalanciert

Interessanterweise liegen alle Zellen mit höherer Spannung in einer Reihe

Wenns eine DIY Batterie ist, würde ich mal die Kontakte der betroffenen Zellen prüfen.

Neulich gabs einen ähnlichen Post, derjenige hat dann nach vollem Zerlegen festgestellt, dass sich da wohl verwendete Schraubenpaste auf die Kontaktflächen der Zellen verirrt hatte. Geputzt, dann war gut.

An so was hatte ich auch erst gedacht, aber

sowohl das BMS als auch der Balancer als auch mein Multimeter zeigen die gleichen Spannungen an

Ich wüsste nicht woher der Unterschied kommen soll, ausser unterschiedliche Zellen?

Ja, wenn alle den Unterschied messen, ist das ja ein indikator das diese Zelle(n) schlechter an den DC Bus angebunden sind als andere.

Daher kommt der tatsächliche Unterschied dann überhaupt erst zustande.

Natürlich kann es auch an den Zellen selbst liegen, ohne Frage.

Hilfreich dann eventuell auch diese Zellen mal auf andere Positionen tauschen, und schauen ob das Problem “mitwandert”. (Also ob sie dann nach 2,3 Tagen gut sind, und andere nun aus der Reihe tanzen)

Vielleicht sind auch die 2,3 Ports des bms für das balancing defekt oder zu hochohmig.

Danke für die Hinweise, der Fehler wandert mit, auch nach einem erfolgtem Top-Balancing kam der Fehler wieder. Die eine Zelle hat wohl eine minimal andere Kapazität. Ich habe mal einen anderen Balancer mit angeschlossen, aber bei dem leuchten nur zwei orange LEDs. Das ist mir ein bisschen wenig. Ob er es besser hin bekommt weiß ich nach einem Tag noch nicht.

Sind das die erste Ladungen?
Da kann eine Zelle mithelfen mit ein Netzgerät oder entladen mit eine power wiederstand helfen.
Mit JK dauert das zu lange.

Hatte aber auch 2 Zellen die beim top balancing die höchste Spannung hatte und danach die geringste.
Die hatten einfach ein erhöhte interne wiederstand (nicht zu messen mit Batterie wiederstand Tester und die Kapazität war auch ok).

Ja, wenn er mitwandert, deuted das stark auf die Zelle hin. Ich persönlich würde sie dann vermutlich austauschen, da völlig unklar ist, ob das u.U. ein gefährlicher Defekt sein könnte oder langfristig zu einem werden könnte.

wie meinst DU das mit dem DC-Bus? Es sind doch alle in Reihe?

Ja, aber die Spannung die man pro Zelle mist (bzw das bms) ist ja das Ergebnis aus dem Widerstand der Zelle und des Spannungsabfalls der beiden Übergangswiderstände an den Polen.

Das BMS misst die Zellen ja nicht gegen GND, sondern ein delta aus 2 floatenden Potentialen, z.b 3.50 auf 7.00V für Zelle 2.

Ist der Widerstand aus Zelle und 2x Kontakt also deutlich höher (oder niedriger) als bei den anderen, wird diese Zelle falsch gemessen.

(Um Übergangswiderstände zu eliminieren müsste ein BMS für 16 Zellen 32 Messkanäle haben)

Das ist in ausnahmslos jedem Akku der Fall. Jede Zelle hat eine minimal andere Kapazität als alle anderen, und irgendeine Zelle hat die geringste Kapazität von allen. Und relevanter: beim Innenwiderstand ist das nicht anders. Durch einen niedrigeren Innenwiderstand wird eine Zelle geringfügig stärker geladen als andere, und das kumuliert sich dann, wenn der ganze Akku längere Zeit nicht balanciert wird.

Im Winter krieg ich beim Laden dann nach 4 Wochen ohne Balancing auch mal eine HighVoltageWarnung, und das BMS schaltet vorübergehend ab. Da schafft es der 2A Balancer dann nicht mehr, die aufgelaufene Differenz in der kurzen Zeit auszugleichen.

Wenn das aber nicht nur bei solch langen Zeiten ohne Balancing auftritt, sondern in jedem Ladezyklus, dann ist das wohl ein Indiz dafür, dass die Zellen doch schon ziemlich gealtert sind, oder überhaupt von Anfang an schlecht zusammengestellt oder “Grade B” waren.

verstehe was Du meinst - aber auf den Sense-Leitungen des BMS fließt kaum Strom

Ich habe auch die Spannungen zwischen den Zellen gemessen, bzw mit dem Multimeter durekt am Pol, nicht am Busbar

Auch würde man höhere Übergangswiderstände mit der Wärmebildkamera sehen

Die Zellen haben aber ja auch kaum Widerstand. In diesem Bereich wirst Du mit einer üblichen Wärmebildkamera Null Unterschied feststellen können.

ja, aber eine schlecht verbundene Busbar würde ich sehen

hallo,

das jk-bms hat einen balancer strom von 1 oder 2A, das sollte auf jeden fall reichen.

allerdings gab bei mir auch in einem akku auch balancingprobleme, nachdem ich den im winter nie voll geladen hatte. ich hatte dann den balancer anders eingestellt, das war aber auch nicht befriedigend.

erst als ich die startspannung auf 3,35V erhoeht hatte und den akku mal ein paar tage richtig voll geladen hatte, wurde es besser!

ursache des problems waren die zellspannungen im normalbetrieb. da wurde denn die zelle, die eigentlich zusaetzliche haette geladen werden muessen, entladen und umgekehrt. deshalb habe ich die startspannungen auch wieder hoeher eingestellt, wo ich solche probleme festgestellt habe.

also am besten balancer start mal auf 3,4V mit 10 mV zelldifferenz und ein paar tage lange auf ca. 3,45V halten oder jeden tag fuer mehrere stunden auf dieser zellspannung halten.

leider musste ich auch hier wieder einmal feststellen, dass theorie und praxis mal wieder stark auseinander laufen.

am innenwiderstand duerfte es jedenfalls nicht liegen, den zeigt das jk-bms zusammen mit dem verbindungswiderstand immer gleich an, seitdem ich den akku zusammengebaut habe!

ich werde die balancer startspannung bei dem akku auch mal wieder auf 3,4V und 10 mV delta stellen, dann sollten alle akkus bis ende des sommers auf jeden fall wieder die gleiche ladung haben.

das problem hatte ich uebrigends mit 2 akkus, die ueber den winter nie voll wurden. auch bei einem bekannten gab es deshalb probleme. nur der balancer ist so schwach, dass er mehrere monate brauchte, bis alle zellen wieder die gleiche ladung hatten!

tschuess

Mir fehlt hier etwas die Unterscheidung zwischen aktivem und passivem Balancer. Ein aktiver Balancer arbeitet auch beim Entladen und fast leerem Akku. Er kann da ebenfalls Ladung zwischen vollen und leeren Zellen umschaufeln. Da macht es keinen Sinn, die Spannung hoch an zusetzen. Meiner fängt z.B. bei 3V Zellenspannung an.

Anders der passive Balancer. Der arbeitet erst wirksam, wenn der Ladestrom im Verhältnis zum Balancerstrom entsprechend niedrig ist. Hier macht es Sinn, daß der erst bei >3,45V einsetzt.

Meine Akkus mit passivem Balancer im Wohnmobil muß ich nach einem Winter mit wenig Sonne, auch erst wieder beim Balancieren unterstützen. Am Labornetzgerät stell ich den Strom auf 500mA und die Spannung so ein, das sie gerade unter OVP bleibt. Die wird dann langsam erhöht. Dauert ca. zwei Tage.

Der aktive Ballancer von meinem Haus Akku schaft das Ganze allerdings alleine.

Das ist äußerst kontraproduktiv, weil unter 3,4V Zellenspannung keine Möglichkeit besteht, aus der Spannungsdifferenz zuverlässig darauf zu schließen, welche Zelle stärker und welche weniger geladen ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit entlädt der Balancer dabei dann auch mal eine weniger stark geladene Zelle und lädt das dann in eine bereits stärker geladene. Der Balancer vergrößert dann also oft erst mal die Zelldifferenz, anstatt sie abzubauen. Unter 3,4V Zellspannung würde ich den Balancer deshalb nie aktivieren.

Aber mit der Notwendigkeit eines aktiven Balancers hast Du völlig recht. Ich würde nie einen Akku mit passivem Balancer kaufen. Das sehe ich als echtes Ausschlusskriterium an.

Also mein Balancer schaltet ab wenn er die eingestellte Differensspannung erreicht hat. Der arbeitet also in dem Bereich sowieso nicht. Wenn deiner das macht, dann währe das nicht normal.

Die Verwendung eines Balancers um bei einem (leren) Akku mit unterschiedlichen Zellspannungen die Abschaltung wegen UVP einer Zelle etwas hinaus zu schieben, ist z.B. bei Antriebsakkus durchaus üblich. Die sind dann aber auch für andere Ströme ausgelegt.

Da scheinst Du was völlig missverstanden zu haben. Von der Auslösedifferenz für den Balancer war in meinem Beitrag keine Rede. Da ging es darum, dass Du bei Spannungen unter 3,4 V nie wissen kannst, welche Zelle stärker als die andere geladen ist. Und der Balancer kann das auch nicht wissen, und kann deshalb eventuell eine weniger geladene Zelle noch weiter entladen.

Um das zu verhindern, müsstest Du die Auslösedifferenz schon extrem hoch einstellen. Bei mir steht sie auf 5 mV, bei vielen anderen Akkus bei 10 mV. Das ist im Bereich der Zellenspannung von 3V bis 3,4V zu wenig Differenz für eine klare Aussage, weshalb das Balancen unter 3,4V Zellenspannung IMO kontraproduktiv ist.

Erst oberhalb 3,4V gehen die Zellenspannungen auseinander. Wenn die unterhalb 3,4V schon stark differieren, dann stimmt mit den Zellen sowieso was nicht.