System Empfehlung Multiplus II vs. Multi RS Solar 48/6000/100

System Empfehlung Multiplus II vs. Multi RS Solar 48/6000/100

Hallo,

ich plane mein erstes PV-System mit Victron, bin mir aber unschlüssig, welches System für mich am besten geeignet wäre.
Ausgangslage:

  • PV Module ca. 11 kWp in 4 Strings, 2x 3000 Wp (222 V / 13,44 A), 2x 2550 Wp (95 V / 26,88 A wegen Parallelschaltung)
  • Wärmepumpe (3-phasig)
  • (noch) kein E-Auto, aber eventuell für die Zukunft eine Option
  • durchschnittlicher Hausverbrauch + Gartenbewässerung

Mir schweben 2 verschiedene Systeme vor und ich weiß nicht, welches davon am sinnvollsten ist, vor allem im Bezug auf die Effizienz bzw. den Wirkungsgrad.

System 1:

  • Multiplus II 48/4k5/55-32 (1-phasig oder 3-phasig?)
  • MPPT RS 450/100 für die beiden größeren Strings
  • 2x MPPT 150/45 für die beiden kleineren Strings
  • 16 kWh Speicher

System 2:

  • Multi RS Solar 48/6000/100 (1 phasig oder 3-phasig), Wechselrichter und MPPT für die beiden größeren Strings
  • 2x MPPT 150/45 für die beiden kleineren Strings
  • 16 kWh Speicher

Vor- und Nachteile der beiden Systeme, die sich aus meinen Recherchen ergeben haben:
System 1:

+ kostengünstiger im 3-phasigen Betrie

+ effizienter beim Laden des Speichers von den beiden größeren Strings (kein Einschränkungen des MPPT 450/100 im Vergleich zum Multi RS Solar)

- weniger Effizienz beim Direktverbrauch

System 2:

+ kostengünstiger im 1-phasigen Betrieb

+ Effizienz beim Direktverbrauch

- Ladeverluste über die beiden größeren Strings durch PV-Strom-Begrenzung von 12 A, meine Module haben 13,44 A

Ich beschäftige mich schon seit mehreren Monaten mit der Thematik und schwanke seitdem zwischen den Systemen hin und her. Außerdem weiß ich nicht, ob ich direkt ein 3-phasiges System bauen sollte oder erst mal 1-phasig.
Das Problem ist auch, dass es sich scheinbar als relativ kompliziert gestaltet, das System beim Energieversorger anzumelden. Mein ursprünglich geplanter Elektriker ist da leider abgesprungen.
Aus diesem Grund hatte ich auch in Betracht gezogen, das System erst mal als Insel zu betreiben, bis es angemeldet ist. Da wäre dann aber sicherlich ein 3-phasiges System sinnvoll, ich habe nämlich mit meiner Wärmepumpe einen 3-phasigen Hauptverbraucher. Wenn das System mit dem Netz verbunden ist, dann würde 1-phasig auch funktionieren über AC Saldierung. Aber wer weiß, wie lange sich das mit der Anmeldung dann hinzieht…

Ich wäre über jeden Vorschlag und Hinweis sehr dankbar!
Vielen Dank vorab!

Hallo,

die Anmeldeprozedur ist immer das gleiche, komplizierter ist eher die fachgerechte Installation. Bevor du startest solltest du die Anlage „anfragen“ für eine Netzverträglichkeitsprüfung, das kann in aller Regel der Betreiber als Privatperson selbst.

Den Multiplus 2 würde ich nur empfehlen wenn ein geeigneter Kellerraum vorhanden ist, diese Trafowechselrichter können etwas Geräusche machen.

Ansonsten bin ich hier auf die Resonanz gespannt weil auch ich mich frage ob der Multi RS nicht die bessere alternative ist da er einfach effektiver und leiser ist. Ich vermute im Inselbetrieb stecken die Trafowechselrichter kurzzeitige Überlastungen und hohe Anlaufströme besser weg, aber vielleicht kann hier jemand echte Erfahrungen tauschen.

Bei normalem Haushalts-Lastprofil halte ich in jedem Fall eine 1phasige Anlage für die weitaus wirtschaftlichere und sinnvollere Lösung. Du wirst nur sehr selten und nur für sehr kurze Zeiten so hohe Lasten haben, die die dann maximal zulässigen 4,6 kW WR-Leistung überschreiten. Die geringfügig höhere Eigenverbrauchsquote eines 3phasigen Systems kann die Mehrkosten IMO niemals wieder herein bringen.

Eine 1phasige Anlage reicht dicke aus, um über Nacht auch 1 bis 2 E-Autos mit durchschnittlichen Fahrleistungen laden zu können. Und dann, wenn Deine 3phasige Wärmepumpe arbeiten muss, hast Du so oder anders nur so geringe PV-Erträge, dass Du diese sowieso komplett selbst verbrauchst. Auf die WP würde ich keine Rücksicht nehmen, zumal die ja sowieso nur selten mit mehr als 4,6 kW Stromaufnahme laufen wird. Meine kleine WP zieht nur beim WIderaufheizen nach der Nachtabsenkung mal bis zu 1 kW, und läuft dann auch an den kältesten Tagen mit 350 W durch.

Ich würde heute auch ziemlich zwischen Multiplus-2 und Multi-RS schwanken. Noch hat der MP2 die breitere Unterstützergemeinde, und kann wohl auch noch vielfältiger integriert werden. Ob’s darauf ankommt, musst Du selbst wissen.

Die Dauer der Anmeldung hängt wohl vom Netzbetreiber ab. Meiner hat ca 2 Monate nach Anmeldung durch den Elektriker das OK gegeben. Die Suche nach einem Elektriker, der meine DIY Anlage prüfen und anmelden will, hat deutlich länger gedauert :slight_smile:

@philsc

Der Akku ist bei Netzausfall zu klein. Es werden je kWp dann 3 kWh Akku empfohlen.

Inhaltlich würde ich heute rund 3-4 mal PV als Akku nehmen. Warum?
Bei negativem Strompreis bekommt man keine EEG- Einspeisevergütung. Das ist an sonnigen Sommertagen ca. 5-6 Stunden um die Mittagszeit herum der Fall. Also immer wenn die Anlage Ertrag bringt.
Mit dem größeren Akku kannst Du

  • den Akku mit 0,25 C laden und schonen
  • Eigenverbrauch ggf 2-3 Tage überbrücken (April, September, Oktober)
  • den Mittagsertrag speichern und abends verkaufen
  • Reserve für Notstrom haben
  • Reserve für Autoladen am Abend haben

Bei 11 kWp also rund 3x 16kWh Batterien oder 2x 32 kWh.
Absolutes Minimum wäre eine 32kWh-Batterie mit 300A BMS z.B. NKON ESS Pro.

Den Speicher wollte ich hier eigentlich gar nicht zum Thema machen, erweitern kann man das ja immer noch.

Es ging mir mehr um die Vor- und Nachteile vom Multi RS Solar vs. Multiplus II mit seperatem MPPT.

Beim Multi RS Solar schreckt mich halt vor allem der maximale PV Strom von 12 A ab, wenn meine Module 13,44 A liefern können. Rein rechnerisch wären das dadurch 11% Verlust, aber ich kann überhaupt noch nicht abschätzen, wie relevant das ist. Also wie oft ist es überhaupt der Fall, dass diese Ströme erreicht werden, also wie dann der reale Verlust dadurch wäre.

Selbst wenn ich mich jetzt für ein 1-phasiges System entscheiden sollte, kann ich ja später das System nur mit den gleichen Wechselrichtern auf 3-phasig erweitern. Deshalb ist die Wahl des richtigen Systems jetzt sehr wichtig meiner Meinung nach.

… oder mit drei anderen, oder mit einem 3phasigen WR. Jetzt kostet der MP2-4k5 (den ich wg der 60% Grenze bzgl Fernsteuerbarkeit favorisieren würde) so um die 470 €. Falls Du jetzt geich unnötig 3 Stück davon nimmst, dann hast Du 940 € in den Sand gesetzt. Falls Du jetzt nur einen nimmst, und in 5 Jahren doch auf 3phasig umsteigen willst und keine zusätzlichen MP2-4k5 mehr kaufen kannst, dann hast Du nur 470 € in den Sand gesetzt, und dazu noch 5 Jahre gute Versorgung gehabt.

Was würde denn gegen einen Multi RS 450/ 200 quatro sprechen? Da könnte man sich die 2 Mppt’s sparen und es wäre alles in einem Gerät zusammen. Mein RS 450/ 100 kann für einen kurzen Zeitraum 18A Eingangsstrom verarbeiten.

Sorry, sind 16A je Tracer

Was bedeutet “sparen” in diesem Kontext? Ja, man hätte dann 1 Gerät statt 2 oder 3. Aber der Multi RS 450/ 200 kostet fast doppelt so viel wie ein MP2-5k zusammen mit 2 oder 3 MPPTs. Und mit den MPPTs hat man mehr Redundanz …

Dagegen sprechen würde vor allem erst mal, das es so ein Gerät gar nicht gibt.

Es gibt den MPPT RS 450/200, das ist aber “nur” ein MPPT ohne Wechselrichter, oder den Multi RS 48/6000 mit integrieren MPPT RS 450/100.

Vielen Dank für die Erläuterungen.