Welche MPPT Tracker nutzen

Hallo Community,

ich bin neu bei Victron und habe bis jetzt lediglich ein EM540 und einen cerbo gx in meinem Haus installiert. Der Vorbesitzer unseres Hauses hat vor rund 20 Jahren eine PV Anlage installieren lassen. Die zum damligen Zeitpunkt 3,3kWp geleistet hat. Es wurden 16 Module an 4 Strings verbaut. Im Keller werkelt ein genau so alter WR von Fronius IG30.

Die 20 Jahre der Einspeisevergütung sind um und die Anlage wurde bereits durch einen Elektriker auf Hausverbrauch umgestellt. Bei sonnigem Wetter habe ich aktuell pro Tag ca. 6-8kWh die ich immer noch einspeise und für grob 4ct/kWh “verkaufe”.
Idee ist nun auf Victron ESS umzustellen. Idee wäre hier MPII 48/5000 plus 10kWh Speicher. Da der Fronius noch werkelt könnte ich ihn natürlich noch weiter betreiben, da gehen mir aber vermutlich Wandlungsleistung flöten. Daher möchte ich direkt auch entsprechende MPPT-Tracker von Victron nutzen. Aber welche? Leider liegen mir zu den Anlage keine genauen Daten der verbauten Module vor. Ich kann lediglich die Werte des WR liefern.

Hallo Niels,

ohne die Moduldaten zu kennen wird es schwierig… Sind denn alle 4 Strings einzeln bis zum Wechselrichter geführt?

Da könntest du ggf. mal messen was ein solcher String in voller Sonne an Spannung hat. Das könnte aber nur die halbe Wahrheit sein und bei bestimmten Bedingungen könnte die Spannung also doch höher sein.

Am besten wäre es wirklich wenn du ein Typenschild eines PV Moduls abfotografieren könntest. Z.B. Smartphone auf einem Stock mit Videoaufnahme in HD und dann das Modul von unten abfilmen. Da erwischt man meistens immer das Typenschild und kann es dann aus dem Video mittels Screenshot abfotografieren.

Anhand der Daten des IG30 würde ich vermuten du brauchst die 250V MPPT Version… könnte aber auch überdimensioniert sein. Also ich würde es erstmal mit den genauen Daten der Module probieren.

Ich bin da nicht ganz so fit in dem Thema aber der IG30 spricht dafür dass du Dünnschichtmodule auf dem Dach hast. Hier gelten Besonderheiten bei der Erdung und galvanischer Trennung. Ohne es zu wissen würde ich hier vorsichtig sein einen @handelsüblichen MPPT zu nutzen.

Ich bin Freund davon Dinge zu nutzen bis es gar nicht mehr geht, aber hier würde ich darüber nachdenken die Module zu tauschen. Evtl. Taugt die Unterkonstrultion noch….

Wie gesagt, ich habs nicht zuende gedacht. Mach dich da erst schlau.

@Jetlag @dennibu schon mal danke für Eure Informationen.
Ja, die vier Strings gehen einzeln in den WR. Auf der Dachseite, wo die Module installiert wurden, habe ich leider keine Dachluke. Und das Hausdach liegt über der 2 Etage.
Ich musste gerade erst einmal suchen was Dünnschichtmodule überhaupt sind. Ich meine mich daran erinnern zu können, dass der Vorbesitzer sowas sagte. Da die Fläche eher nach Osten ausgerichtet ist sagte er, man hätte sich damals für Module entschieden, die auch bei difuserem Licht noch Ertrag bringen, aber dafür etwas weniger bei direkter Einstrahlung. Das könnte ein weiterer Indiez sein.

Guter Punkt!

Aber gab es vor über 20 Jahren Dünnschichtmodule mit über 200Wp ? (3,3kWp / 16 Module)

Da hab ich ja selbst bei kristallinen Modulen Zweifel ob damals schon die 205-210Wp Klasse gab.

@nhetzke Du wirst mehr Infos brauchen bevor du eine Entscheidung treffen kannst. Der Einwand von @dennibu ist valide, - warum nicht einfach laufen lassen und “einfach” ein ESS System über AC-Kopplung ergänzen?

Alles klar. Dann komm ich wohl oder übel um eine Dachbesteigung nicht drum herum. :see_no_evil_monkey:
Die Idee mit dem Weiterlaufen lassen und dann abwarten bis der IG30 hops geht hatte ich auch schon. Ich wäre bloß gerne vorbereitet auf dass was ich dann brauche :wink:

So wie @Jetlag es schreibt, wollte es ich auch vorschlagen, war nur vorhin unterwegs…
Also ein ESS an der AC-Seite ergänzen, dabei aber bitte die sog. 1:1 Regel (Leistung MP2 mind. gleich Leistunf Fronius WR) beachten, falls der Fronius an AC-Out kommt, was Sinn machen würde, da er dann auch bei Netzausfall arbeiten würde. Zusätzlich den Speicher ausreichend dimensionieren (ca. 3kWh Akku pro 1kWp Solar).

Wenn aus 3,3kWp bei sonnigem Wetter nur 6-8kWh am Tag kommen, dann sind doch wahrscheinlich sowieso schon ein paar Module defekt, würde ich vermuten.

Da müsste mal ein Elektriker Leerlaufspannung und Kurzschlussstrom der 4 Stings einzeln messen.

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Durchaus denkbar, aber um das einigermaßen valide beurteilen zu können müsste man deutlich mehr Details kennen (Ausrichtung, Winkel, (Teil)Verschattung, Modulspezifikationen, etc. pp.).

Edit:

Was heißt in dem Zusammenhang “aktuell”?
Jetzt zu dieser Jahreszeit? Dann wär das ein guter Wert…

Das ist ein Wert aus den letzten beiden Tagen. Da war es bei uns recht sonnig. Daher “aktuell”
Letztes Jahr hatte ich an guten Tagen bis 20kWh

Das spricht dann m.E. nicht für großartige Defekte.