durch einen Umzug muss ich mein Victron-System neu aufbauen. Dieses Mal gibt es allerdings eine zusätzliche Herausforderung: einen Durchlauferhitzer.
Aus meiner alten Anlage habe ich noch einiges an Material, das ich wiederverwenden möchte.
Zur aktuellen Situation:
Der Stromzähler befindet sich leider außerhalb des Hauses in einem Zählerschrank. Aus Platzgründen kann ich dort meinen alten EM24 nicht montieren, sondern nur einen Shelly Pro 3EM.
Soweit ich herausgefunden habe, kann ich diesen auch als Hauptzähler für das gesamte System verwenden.
Vom Zählerschrank gehen zwei Leitungen weg:
eine ins Wohnhaus
eine in ein kleines Nebengebäude/Werkstatt
Im Nebengebäude wird die komplette Victron-Anlage installiert.
Geplantes System:
Multiplus 2 GX 5000
3 × Pylontech US2000C
einige PV-Module mit Victron Laderegler direkt an den Batterien
ein Fronius Wechselrichter an AC-Out1
Im Nebengebäude selbst sowie im Garten und für eine Split-Klimaanlage hängen alle Verbraucher am AC-Out. Das funktioniert soweit problemlos.
Nun zum eigentlichen Problem:
Im Haus ist ein Durchlauferhitzer installiert. Dieser würde bei Betrieb jedes Mal die Batterien sehr schnell entladen und den Victron stark belasten.
Der Verbrauch des Durchlauferhitzers wird über einen Shelly 3EM-63T ausgelesen.
Meine Frage:
Gibt es eine Möglichkeit, dass das ESS-System diesen Verbrauch in der Berechnung ignoriert?
Also dass der Durchlauferhitzer ausschließlich aus dem Netz versorgt wird und nicht versucht wird, ihn über Batterie oder Wechselrichter zu decken?
Du kannst nur die Lasten am ACin ignorieren nicht einen einzelnen Verbraucher. Der Durchlauferhitzer läuft ja nur wenn der Wasserhahn für Warmwasser geöffnet wird, der Verbrauch ist geringer als man denkt.
Max. Schieflast 4,6 deutsches Netz ist dir bekannt?
Wenn du den DLE komplett außen vor lassen willst, muss dieser vor deinem Netzsensor sein, dann kannst du den aber auch nicht mit einen separaten Zähler erfassen und im Victron System darstellen.
Den bekomme ich leider auf keinen Fall umgeklemmt. Ohne Bohren und neue Leitungen legen. Das wollte ich wirklich vermeiden. Da ich die Werte vom separaten Shelly habe könnte ich doch auch eine NodeRed Automation einstellen die das ESS und Batterie ausschaltet oder? Sicher nicht die schönste Lösung. Hatte irgendwie gehofft das eine eine funktion gibt die einzelne Geräte durch separate Messstellen wie den separaten shelly 3em 63t oder wie er heißt ignoriert werden können.
Ja das kann man. Zum Beispiel die Leistung des DLE auf den Netzsollwert addieren. Endlose Möglichkeiten. 15min Duschen wären ca. 1kWh aus der Batterie. Wann und wie du die 1kWh da rausholst ist aber eigentlich egal, jede kWh aus der Batterie kommt nicht aus dem Netz.
Die beiden gemessenen Werte voneinander abziehen in nodered und das ergebnis als virtuelles gridmeter ans victron system weitergeben. Also Shelly Pro 3EM minus Shelly 3EM, für jeden gemessenen leistungs- strom und energiewert. Somit wird der durchlauferhitzer unsichtbar fürs victron system, die shellies zeichnen jedoch trotzdem den tatsächlichen verbrauch auf, könnten somit z.b. in homeassistant verwendet werden
Vernünftig wäre im neuen Heim auf 3 MPs aufzurüsten, 3 Phasensystem
Speicher auf min. 10 kWh hochziehen um einen besseres DCL zu erreichen
Moderne DLE (mit 18kW) lassen sich im Eco Mode und Temp.einstellung um die 40 Grad C auf unter 15 kW bringen. Heißt, die MPs können den DLE betreiben, wenn die Batterien 300A DCL schaffen.
Alternativ: Wenn die anderen Lasten im Haus bekannt sind, den ESS Wert “Maximum Inverter Power” auf 6… 7… 8 kW einstellen, dann werden die Batterien geschont und der Rest des DLE Bedarfs aus dem Netz geholt.
Wenn der DLE dauerhaft außerhalb des ESS laufen soll, bleibt nur der Ausweg über ein separates Kabel aus dem Zählerschrank heraus.
ganz genau. Es ist völlig egal, der Strom kostet immer das gleiche. Habe bei mir auch einen Durchlauferhitzer verbaut und zwar hinter der Meßstelle des VM-3P75CT Energy Meter , aber nicht am ACout1 (wo der Rest des Hauses dranhängt). D.h. bei Netzausfall ist der DLE automatisch raus, im Normalbetrieb geben die Victrons aber bei DLE Betrieb dazu, was sie können.
Zunächst mal zur geplanten Anlage: die ist bestens geeignet, den Stromverbrauch eines Durchschnittshaushalts weitgehend zu decken. Trotz Warmwasser per Durchlauferhitzer kannst Du mit ca 80% Deckung Deines Jahresstromverbrauchs rechnen, wenn Du ausreichend (knapp 7 kWp sollten reichen) PV-Leistung installierst.
Statt der Pylontech-Akkus würde ich dringend zu moderneren Akkus raten, und möglichst nicht zur Stückelung auf mehrere parallel geschaltete Einheiten. Ein 16-kWh-Akku von NKON.nl kostet Dich nur ca 1.300 €, und für ca 1.500 € kriegst Du den sogar mit integriertem Feuerlöscher und Heizung. Da sind EVE-Zellen verbaut und ein Seplos-BMS mit aktivem Balancer. Ich würde keinen LFP-Akku ohne aktiven Balancer kaufen.
IMO machst Du Dir wg des Durchlauferhitzers zu viele Gedanken. Zuallererst: es ist doch völlig egal, welchen Strombezug Du mit Deiner PV deckst. Wenn die Leistung von 20 kW des Durchlauferhitzers mit 4,6 kW aus der PV unterstützt wird, dann ist dieser PV-Strom ja nicht verschwendet. Wichtig ist doch nur, dass Du möglichst allen PV-Ertrag selbst nutzen kannst, und dass Du eventuelle Überschüsse möglichst vollständig ins Netz einspeisen kannst.
Kurz: Ich sehe absolut keinen Sinn darin, den Durchlauferhitzer aus der PV-Nutzung auszuklammern.
Den Verbrauch des Durchlauferhitzers kannst Du ja gut messen, und die Messwerte auch fortlaufend protokollieren. Du kannst dann problemlos den Verbrauch des Durchlauferhitzers aus dem Gesamtverbrauch heraus rechnen, und das auch für lange Zeit rückwirkend.
Ich hab’ übrigens auch einen Durchlauferhitzer, und mein einziger Stromverbrauch von Anfang März (dieses Jahr schon ab Ende Februar) bis Ende Oktober ist der des Durchlauferhitzers. Wirtschaftlich würde sich der Austausch gegen einen Boiler oder eine Brauchwasser-Wärmepumpe nie lohnen, aber dadurch würde ich den Ärger vermeiden, der mir jeden Monat bei meiner Abrechnung wg des unnötigen Strombezugs hochkommt. Wirtschaftlichkeit ist eben nicht alles im Leben.
Eine weitere Überlegung für Dich könnte die wg der Fernsteuerbarkeit Deiner PV-Anlage durch den Netzbetreiber sein. Die ist vorgeschrieben bei Anlagen mit mehr als 7 kWp PV-Leistung und mehr als 4,2 kW WR-Leistung. Darunter darfst Du mit dem WR maximal 60% der installierten PV-Leistung einspeisen.
Genau diese Grenze würdest Du erfüllen mit z.B. 6,9 kWp PV und einem Multiplus-II-4k5. Dadurch wärst Du vom Zwang zu einem Smartmeter befreit, ohne dass Dein System irgendwelche Grenzen beachten musst, denn mit dem MPII-4k5 liegst Du dann automatisch unterhalb der 60% Grenze.
Der ImSys sieht das gleiche wie dein Netzzähler, wenn du auf L2 und L3 je 2000W ziehst und auf L1 4000W einspeist….. in wie weit sich das jemand oder eine KI anschaut sei dahingestellt. Möglich ist es jedenfalls.
Hallo Dirk, ja… nach mehrfachen Rechenbeispielen würde ich sagen dass bei normaler Nutzung schon zwischen 30-60 Euro im Jahr sein könnten. Aber auch nur wenn die Energie für den DLE komplett aus dem Netz kommt weil die Batterie aufgrund der „verlorenen“ Energie die Grundversorgung nicht mehr bis zur nächsten Ladung übernehmen kann.
Tatsächlich ist es mehr als ich das eingeschätzt hätte.
Augenblicklich brauchen wir 3.4 kW für WW am Tag, bei 14Kw Last.
Den meisten Strom können wir durch kürzes duschen einsparen
Aber da nächstes arbeiten an der Verteilung anstehen werde ich mal schauen ob man den DLE aus dem ESS herauslassen kann, dann wurde auch die Statistik in VRM besser aussehen
Das wären rund 400 Eur im Jahr, je nach Anlagengröße schätze ich 100 Euro im Jahr lassen sich einsparen wenn der DLE im ESS bleibt. Auf die Lebenszeit der Batterie könnte man damit 10kWh Speicher finanzieren. Wenn die Akkukapazität niemals reicht um den DLE mit abzudecken (auch im Sommer unter Tag wenn noch keine Einspeisung stattfindet) würdest Du aufgrund der Verluste von ca. 7% im höheren Leistungsbereich der Multis in deinem Fall Max. 30Euro im Jahr einsparen. Wenn man es schafft ca. 150kWh im Jahr aus der Batterie für den DLE zur Verfügung zu stellen ohne Einbußen der Grundversorgung aus Batterie lohnt sich das nicht. Ich würde behaupten 150kWh (rund 10%)sind locker zu schaffen.
Wenn ich bei meiner Anlage mit ca. 200 Zyklen Batterieentladung im Jahr nehme sehe ich keinen Sinn darin die Batterie noch weiter zu „schonen“ da ich davon ausgehe dass die Batterie aufgrund von Alterung nach 12 Jahren das zeitliche segnet. Und wenn ich die Batterie dann ausbaue möchte möglichst viele Zyklen auf der „Uhr“ haben. Den jeder Zyklus war eine Einsparung.