Kurzfassung: Auf dem Pi 4 würde ich nicht davon ausgehen, dass die neue UI lokal am 7"-DSI-Touch schon „einfach so“ läuft. In der Victron-Ankündigung zu Venus OS 3.70 steht bei Raspberry Pi ausdrücklich: Pi 5 wird jetzt unterstützt und enthält die neue UI. Außerdem der Hinweis, bei Displays im Hochformat die Classic UI zu verwenden.
Die Classic UI kannst du weiter benutzen. Das wäre für ein bestehendes Pi4/7"-Touch-System auch der konservative Weg: SD-Karte vorher klonen/backupen, Update auf der Kopie testen, und wenn das Display wichtig ist erst dann umstellen.
Zu den kwindrem-Addons: nach so einem Sprung von 3.4x auf aktuell würde ich zuerst PackageManager/SetupHelper aktualisieren bzw. deren Kompatibilität prüfen. RpiDisplaySetup kann für Display-Themen weiter relevant sein, aber ich würde es nicht als Nachweis nehmen, dass GUI v2 auf dem Pi4 unterstützt ist. Wenn es eine produktive Anlage ist: alte Karte aufheben, neue Karte testen.
Ich hab einen RasPi4 und die 3.72 läuft “problemlos”. Habe aber kein Display dran.
Problemlos in Anführungszeichen weil es schon einen Sprung gibt zu der neuen GUI und die alte (bei mir) nicht mehr aufgerufen werden kann. Grund dafür sind eben Fremdskripte, bei mir das SerialBattery. Aber abgesehen davon sehe ich keine Probleme auf dem RasPi4.
Für genau diesen Zweck würde ich nicht am Original testen, sondern wirklich eine zweite Karte nehmen.
Praktisch:
macOS: ApplePi-Baker ist dafür angenehm, weil es ein Image von der vorhandenen SD-Karte erstellen und auf eine zweite Karte zurückschreiben kann.
Windows: Win32 Disk Imager ist der klassische Weg für ein 1:1-Image.
Linux/macOS Terminal:dd geht auch, aber nur wenn man sehr sicher ist, welches Device Quelle und Ziel ist. Ein vertauschtes disk ist schnell unschön.
Mein Vorgehen wäre: alte Karte als Image sichern, Image auf neue Karte schreiben, nur mit der neuen Karte booten und aktualisieren. Wenn GUI/Display/Addons danach zicken, steckt die alte Karte unverändert in der Schublade und die Anlage ist schnell wieder zurück.