Kein Erreichen der Float-Phase möglich

Hallo,
nachdem mein PV-System nun stabil läuft gibt es noch eine Kleinigkeit die bis zu den ertragreichen, längeren Tagen behoben sein sollte…
Meine Planung ist - sobald der Float-Betrieb beginnt - mit meinen Überschuß das Warmwasser mittels Heizstab zu erwärmen.
Bei meinen Tests mit Batterieaufladung über die 3 Multies erreiche ich nach einer längeren Absorptionsphase bei 99 % dann die 100 % (52,2 V) an den Pylontechbatterieanzeigen 6 LEDs - aber nicht die Floatphase, um das Relais 2 des Cerbo GX für den Heizstab zu schalten.
Ich nehme an - wenn in wenigen Wochen der MPPT-Regler mit den PV-Modulen die Batterieladung übernimmt - wird sich an der “fehlenden Floatphase” bei meiner derzeitigen Konfiguration nichts ändern.
Im System-Setup/ESS/Modus ist “Optimiert ohne BatteryLife” eingestellt, der Batteriewächter steht auf “Automatic”.

PV-System_20260215VF.pdf (3,0 MB)

Wahrscheinlich gibt es gar keine Float-Phase bei deinen LiFePo. Diese Bezeichnungen für Ladephasen stammen noch aus Zeiten von Bleibatterien, die diese benötigten. Einen LiFePo bedarf dieser Phasen nicht unbedingt. Meist wird hier die Ladung durch das BMS vorgegeben, und dies bestimmt, mit welcher Spannung der Akku wann geladen wird. Dies passiert dann alles in der sogenannten Bulk-Phase. Auf Float gehen meinen MPPT-Regler nur wenn sie die Verbindung zum BMS verlieren, das ist dann so eine Art Schutzfunktion, andernfalls sind sie dauerhaft in Bulk, bis sie abschalten.

Zu deinem eigentlichen Problem, die Aktivierung des Heizstabes für das Warmwasser, um den Überschuss zu verheizen. Hier gibt es viele Lösungen, in Abhängigkeit, was für einen Heizstab du hast, und wie du ihn ansteuern kannst. Auch wie groß die Heizleistung im Vergleich zur max. erzeugbaren Leistung deiner PV ist, kann einen Rolle spielen.
Das einfachste ist, du aktivierst den Stab, wenn du einen bestimmten SOC erreicht hast (z.B.95%), und deaktivierst ihn wenn ein tiefer SOC unterschritten wird (z.B. 90%). Die Werte musst du in Abhängigkeit deines Akkukapazität anpassen. Damit erreicht man dann recht gute Ergebnisse, auch wenn du mal ein Tag hast, an dem immer mal wieder Wolken durchziehen. Hilfreich ist es wenn die PV mehr erzeugen kann, als der Heizstab verbraucht, dann kannst du immer noch eine 100% Ladung zur Syncronisierung des SOC erreichen, ohne entsprechende Vorkehrungen zu treffen.
Das Ganz kann dann immer mehr eskalieren, über Regelung einer Phase des Heizstabes und schrittweise Zuschaltung der anderen Beiden Phasen, somit kannst du dann einen genauen Verbrauch des Überschusses (Regelung über Einspeisung = 0) erreichen.
Für den Fall das dein Heizstab nicht den kompletten Überschuss verbrauchen kann, so gibt es die Möglichkeit den Heizstab schon vor erreichen eines bestimmten SOC (z.B 80%) auf einer Phase zu aktivieren. Somit verbrauchst du dann schon Überschuss, der noch gar nicht da ist, so zu sagen auf Kredit, aber verringerst auf der anderen Seite schon die Ladung der Batterie, so das diese später voll wird, wenn der Ertrag wieder sinkt, und der Heizstab dann den gesamten Überschuss verbraten kann.
Ich habe in meinem System einen DC-Heizstab, den ich in 3 Stufen a 400W schalten kann. Da mein System so 2,5kWp bis 3kWp produzieren kann, muss ich schon frühzeitig damit beginnen möglichen Überschuss zu verheizen, bevor es zum Überschuss kommt. Da meine Anlage nicht einspeisen kann, ist der Heizstab auch die einzige Möglichkeit Energie gesteuert zu verbrauchen. Ich habe mir dazu in NodeRed einen Algorithmus geschrieben, welcher vom aktuellen SOC und von dem bisherigen Stundenertrags (Gesamtertrag der PV dividiert durch die Laufzeit der PV) des Tages den Heizstab steuert. Je nach SOC möchte ich eine bestimmte Ladeleistung in den Akku haben (geringer SOC = höhere Ladung, hoher SOC = geringe Ladung). Wenn genug Ertrag da ist das die Landeleistung erreicht werden kann, aktiviere ich die nächste Heizstufe. Die Heizstufe wird wieder verringert, wenn die Landeleistung unter einen bestimmten Wert wieder sinkt. Das Ganze System beruht darauf, das die Sonne über den Tag gleichmäßig scheint, was ja leider nicht immer so ist, aber an Vorhersagemodelle hab ich mich noch nicht ran getraut, da das Verhalten meiner 5 Anlagen über den Tag und die Jahreszeit recht unterschiedlich ist (Abschattungen, Ostseite, ect)

Danke für die sehr ausführliche Antwort.
Der betreffende Heizstab läuft auf 3 Phasen je 1,5 kW, die Abschaltemperatur ist einstellbar und wird dann ca 60°C sein.
Ertrag vom Dach wird genügend kommen, habe vorgestern bei meist trüben Wetter zwischen 8 und 17 Uhr bereits 14 kW “ernten” können und mit 22 kW nutzbarem Batteriespeicher wird es auch nicht eng.

Also werde ich mit Victron “Bordmitteln” d.h. den schaltbaren Relais im Cerbo GX den Heizstab nicht ohne Zusatzaufwand schalten können.

Ich denke eine fertige Funktion wie z.B. den Generator Start/Stop gibt es nicht im GX. Aber unter zur Hilfenahme von NodeRed, welches in der Large Version des VenusOS enthalten ist, sollte eine einfache Steuerung möglich sein. Sicherlich ist einen kurze Einarbeitung notwendig, diese sollte aber nicht schwer fallen. Gerade für die Ansteuerung eines Heizstabes gibt es unzählige Beispiele im Internet. Eine einfache Ansteuerung des Heizstabes könnte dann über die Relais-Ausgänge des Cerbos erfolgen, natürlich mit nachgeschaltetem Schütz.
Die Abschaltung bei der eingestellten Temperatur dient dann auch als Sicherheitsfunktion, falls es zu einem Fehler in der Ansteuerung (Software oder Hardware) kommt, damit eine Überhitzung nicht zur Bersten des Tanks führt.
Der Vorteil einer individuellen Steuerung über NodeRed liegt in der Anpassung an die Gegebenheiten der Anlage, und der persönliche Anforderungen.

Doch, nur muss man da die Logik andersherum denken, da man einen Generator ja normalerweise bei einem niedrigen SOC startet und nicht bei einem hohen.

Da hast du sicher Recht, das man eine bestehende Funktion wie den Generator Start/Stop“missbrauchen” kann. Aber da bist du bestimmt der bessere Ansprechpartner was die vorhandenen Funktionen eines GX betrifft.
Ich wollte mit der Aussage lediglich zum Ausdruck bringen, das es keine fertige Funktion “Heizstab” gibt, so wie sie für den Generator Start/Stop vorhanden ist. Diese war lediglich als Beispiel genannt.

Etwas anderes fertiges gibt es leider nicht.

Den Generator Start/Stopp habe ich in der Vergangenheit ein paar mal für sowas genutzt (im WoMo um den Kühlschrank bei fast vollem Akku auf Strom umzuschalten, um Gas zu sparen).

Mittlerweile würde ich dafür aber eher auch NodeRed benutzen.

Vorteil der Generator Start/Stopp Variante ist, das der Kunde da relativ einfach die Schaltschwellen noch anpassen kann.

Da wollte ich mal versuchen das mit Slidern in NodeRed zu machen, habe da ber noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

Ich denke zwei Slider mit Absolutwerten für Einschalt- und Abschaltpunkt, haben das Problem die Abhängigkeiten unter Kontrolle zu bringen.
Hier wäre es vielleicht besser ein Slider für den Einschaltpunkt (z.B. 80 - 100%) und einen für den Abschaltoffset (-1% bis -10%) zu verwenden. Somit ist die Abhängigkeit aufgelöst.

Ja, so was in der Richtung dachte ich mir auch, hatte aber noch keine Zeit das weiter zu verfolgen.
Vielleicht auch einfach nur ein Slider mit einem festen Offset von 5% oder so.

Fester Offset ist für den Anwender auf jeden Fall einfacher. Allerdings müsste der Offset dann durch den Betreuer an die Anlage angepasst werden. 5% von 5kWh ist schon was anderes als 5% von 30kWh Akkukapazität.