Hausinstallation durch den Multiplus schleifen oder doch Parallelbetrieb?

…Als wäre ein dreiphasiges Ersatznetz so abartig ! Wenn man mehr als 4,6 kVA benötigt reicht ein Multi sowieso nicht. Das ganze Haus durchschleifen ist dann die einfachste und günstigste Methode. Einzelne Stromkreise herausnehmen ist ziemlich aufwändig.

Also 3 Multis das ganze Haus dran, und als Bonbon gibt es ein vollwertiges Ersatznetz. Ohne Umkosten.

Nein, ist mMn. weder krank noch abartig.

Die Frage ob es 3 sein müssen, wenn 2 auch reichen würden kann und darf natürlich diskutiert werden. Die Art und Weise wie man diskutiert muss dann jeder mit sich selber ausmachen.

Hallo Markus,
die 30 kWh waren 1 Jahr im Einsatz, bevor der Rest hinzukam. Ich heize meine Hütte mit Klimaanlagen und man kann feststellen, daß spätestens ab März tagsüber schon eingespeist wird, während der Altbau nachts den Akku völlig leer macht und Netzbezug entsteht. Derzeit ca 18 kWp PV und ab 2028 nochmal plus 6,3 kWp Altanlage, welche aus der Förderung fällt.

Die neuen Pytes habe ich ohne FW-Update einfach auf die alten gestellt, verkabelt und den Master neu gesetzt. Das klackert initial einmal durch und fertig. Auch ein Grund für die Kapazitätserhöhung: mit baugleichen Modulen jetzt noch sehr einfach, in ein paar Jahren mit nicht kompatiblen Racks gehts Gewurstel los.
Vorher hatte ich max Spannungsdifferenzen von 0,007 V zwischen allen Zellen, jetzt sehe ich bis zu 0,035 V (im Ruhezustand).

Hallo Markus,

ich habe meine Anlage erst letztes Jahr in Betrieb genommen.
Mein Aufbau ist 3x5k Multiplus + 1x 3k Multiplus um über VTL aus dem Auto oder Generator die Batterie laden zu können.
Dann habe ich 14kWp auf 3 Seiten und 30 kwh (pytes V5a) Batteriespeicher.
Ich habe mein System natürlich nicht so wie du über Jahre aufgebaut, deshalb kann ich nur über meine Entscheidungen sprechen.

Für mich war von Vornherein klar, dass ich das System 3 phasig aufbauen möchte.
Außerdem habe ich alles auf dem AC out 1 hängen.
Auch meine go-e Wallbox, die ich in das GX implementiert habe, und die mir die Batterie nicht leerzieht, wenn ich es nicht möchte.
Ich habe eine Warmwasserwärmepumpe, aber keine zum Heizen.

Meine Entscheidung alles auf den AC Out zu legen hängt damit zusammen, dass ich geschätzte 10 Monate im Jahr alles von der PV oder der Batterie ziehe.
Somit sind die Wandlungsverluste sowieso die Gleichen, da es egal ist, ob ich Gleichstrom auf AC Out oder AC In wandle.
Nur habe ich 2 Boni, zuerst einmal ist mir ein Stromausfall egal und zweitens wenn die Netzqualität den Bach runtergeht (schon erlebt Spannungseinbruch auf 200VAC) dann trennt sich der WR vom Netz und keine Elektrogeräte verabschieden sich für immer.
Ob die paar Kwh die ich jetzt vom Netz zusätzlich über den WR verbrauche sich finanziell so massiv auswirken wage ich zu bezweifeln.

Und die Victron Systeme sind doch für Inselbetrieb ausgelegt.
Also warum es dann nicht nutzen.
Netz-Diskussion hin oder her.

wo braucht das ein normaler Haushalt über längere Zeit hinweg?

selbst bei einer Wallbox, ja, man kann, aber will man? Dann muss der Hausakku schon sehr groß sein

Wenn man eine gewisse PV Fläche hat ( und Module kosten nicht die Welt ) und den Platz für die Anlage hat würde ich immer 3x MP2 3000 bevorzugen anstatt 1 oder 2 5000er zu nehmen. Man möchten den Überschuss MPPT seitig ja auch einspeisen können.

Ich würde zumindest niemandem reinreden der das möchte und bereit ist 900Euro mehr dafür zu bezahlen.

Einem Kunden mit engen Platzverhältnissen der keinen Wert auf Ersatznetz legt würde ich die Victron Anlage nicht unbedingt empfehlen.

Die Diskussionen über die Wahrscheinlichkeit von Netzausfällen haben meiner Meinung nach im Victron Forum nichts verloren. Das sind Geräte die für Inselbetrieb entwickelt wurden.

2x 5000er Multis können sowohl mehr Leistung aus dem Akku ins Netz schieben, als auch vom Netz in den Akku. Von einem 5000er auf 3x 3000er zu Wechseln macht daher für meinen Anwendungsfall ned so wirklich Sinn.

im Januar diesen Jahres hatte ich einen Durchschnittsverbrauch von 3,46 kWh pro Stunde.
Davon 2,64 kWh pro Stunde für Heizung und WW.
Altbau heizen (Klimas) auf 22+X Grad halt

btw. Was ich ned so ganz verstehe, wie verhalten sich die programmierbaren Schaltkontakte “K1” und “Aux” eigentlich beim 3phasen-Verbund? Sind die einzeln konfigurierbar (also 3x K1 und 3x Aux) oder können die dann auch nur als einer verwendet werden? Und wenn ja welche, die vom ersten Multiplus?

P.S.

Ich habe bei der Einrichtung den “V-Sense” Anschluss vom Multiplus mit der Batterie verbunden (keine Ahnung ob das überhaupt nötig ist, ich hab ja auch einen Victron-Shunt direkt an der Batterie hängen), müsste man beim 2-oder 3phasen-Verbunden jeden V-Sense mit der Batterie verbinden?

Das geht aber auch anders, nämlich durch einen hinreichend großen Akku. Die Mehrkosten des größeren Akkus lohnen sich vermutlich schon alleine durch dessen höhere Lebensdauer, und man erreicht dadurch einen klein wenig höheren Autarkiegrad, der IMO oft den höheren Autarkiegrad eines größeren Wechselrichters kompensiert. IMO ist das relativ kleine 1phasige System mit großem Akku in den meisten Fällen deutlich wirtschaftlicher und sowieso viel nachhaltiger als ein 3phasiges System.

Ähhhm - Victron-Systeme werden häufig, vermutlich sogar meistens am Netz eingesetzt, und sie sind dafür auch hard- und softwareseitig konzipiert. Und natürlich ist die Überlegung der Wahrscheinlichkeit eines Netzausfalls allerhöchst interessant bzgl der Auslegung und Planung JEDER PV-Anlage, und weil sie das gut können, besonders bei Victron-Systemen.

Da würde man das “h” immer rauskürzen und von Last bzw Leistung in “kW” reden anstelle von “kWh/h”.

Relevant ist aber doch, dass Du im Januar sowieso nicht genügend Solarertrag hast, um auch Deinen Stromverbrauch ohne Heizung und Warmwasser zu decken. Dazu kommt es erst in der Übergangszeit ab März, wenn noch geheizt werden muss, aber schon Solarüberschüsse über den “normalen” Hausverbrauch hinaus anfallen. Bei mir deckt die PV von Anfang März bis Ende Oktober den Stromverbrauch inkl. Wärmepumpe und Warmwasser vollständig.

Im Januar aber kommt einfach kaum was:

Den V-Sense benötigst Du am MP2 auf L1 wenn Du kein kompatibles BMS hast oder BMS und MP2 deutliche Unterschiedet der V-BAT zeigen.
Deutliche Unterschiede der V-BAT bei hohen Strömen deuten jedoch auf schlechte Kontakte oder zu geringe Batterie-Kabel hin.

Ich hatte zwischenzeitlich meine Batterie nur mit 50qmm angeschlossen und 3xMP2 5000 dran. Bei 120A kam es zu deutlichem (0,5V) Spannungs-Unterschied. Das hat der V-Sense kompensiert.

Zur Ursprungsfrsge 1, 2 oder 3 MP2s.

Entweder einer oder drei, aber in DE mit 3-Phasen-Netz keine zwei. Warum?
Zwei MP2 sparen nicht so viel Geld, haben aber fast den erhöhten Verkabelungsaufwand von dreien, dazu erhöhte Komplexität für Notstrom durch extra Stromkreise. Zwei Vereinen also jeweiligen Nachteile von einem oder dreien.

Ich selber habe über ein Jahr gehadert, da ich 7 kW Mikrowechselrichter für das extreme Schattenmanagement einsetze.
Ich habe dann 3x MP2 5000 gewählt und konnte meine Bestandsverkabelung „einfach“ dreiphasig an ACout hängen.
Heute freue ich mich über ein „einfaches“ System, was voll bzw ohne Einschränkung Ersatzstrom-fähig ist. Unser Spitzenverbrauch ist Samstag Morgen Frühstück Zubereiten mit ca 15 Minuten 9-11 kW und 30 Minuten 4 kW. Herd, Backofen, Wasserkocher und Kaffeemaschine ziehen ordentlich.
Von April bis September erwärme ich zudem das Brauchwasser per 3,5kW-Heizstab für r zu ne 45 Minuten.

Die MP2 5000 haben bei rund 1000W die höchste Effizienz. Schau Dir gerne noch den brandneuen Multi RS 230 an. Der ist effizienter und brummt nicht.

Ich bezweifle zwar, dass Du jeden Morgen wirklich 15 Minuten lang ca 10 kW Last hast, aber sei’s drum, denn Du wirst auch sonst noch gelegentlich über der max. Leistung eines 1phasigen WRs von 4,6 kW liegen. Grob gerechnet kommst Du alleine dadurch dann über ein 3phasiges System auf eine zusätzliche Deckung von ca 400 kWh Stromverbrauch pro Jahr. Also eine Einsparung von ca 80 € pro Jahr.

Wenn wir nur von 400 kWh zusätzlicher Eigendeckung ausgehen, dann rechnet sich das kaum: Die Mehrkosten für ein 3phasiges MP2-5000 System gegenüber dem 1phasigen liegen aber sicher deutlich über 1.000 €. Du brauchst dann also mindestens 12 bis 13 Jahre. Erst wenn Du noch deutlich öfter so hohe Lasten im Haus hast, rechnet sich die 3phasige Anlage.

Bei meinem Singlehaushalt wären es nur ca 50 kWh, die ich mit einem 1phasigen MP2-5000 zusätzlich im Jahr decken könnte, gegenüber meinem 1phasigen MP2-3000. Die geringen Mehrkosten des MP2-5000 könnte ich damit nie refinanzieren.

Ich brauche vor allem die Ladeleistung von rund 7 kW am Mittag und frühen Nachmittag.

Daher habe ich lange zwischen zwei und drei MP2 geschwankt.

Ausschlaggebend waren:

  • einfachere Verkabelung und damit leihenbedienbar
  • höhere Effizienz, da nicht im Hochlastbereich
  • Ersatzstrom ohne Einschränkung

wir haben hier einen einzigen MP2-3000

Die Beladung des Akkus wird durch ein Huawei-NT unterstützt, 30 kWh

Ich sehe keinerlei Notwendigkeit den 3000er durch irgendwas zu ersetzen

Moin Markus!

Mein Tipp: Geh’ “all in”, wenn es dein Hobby ist, also: ganzes Haus am AC-Out1, richtig großer Akku, mit §14a Modul 3 und dynamischem Stromtarif (Stufentarif) im Winter für 16ct/kWh laden, konsequent in die Selbstvermarktung gehen und im Sommer vernünftigerweise vollständig netzdienlich einspeisen und dabei durchschnittlich 15 bis 35ct/kWh (das 2- bis 5- fache der läppischen Einspeisevergütung, in der Spitze noch mehr) abholen.

Der Mehraufwand amortisiert sich nach 5 Jahren.

Mein privates Projekt bei Interesse unter netzdienlichMINUSsolarPUNKTde

Viel Spaß und Erfolg!
Sonnige Grüße aus dem Norden.

Ich hatte auch mit nur einem MP2-3000 angefangen. Am AC-aut1 hängen bei mir nur die gesammten elektronischen Geräte und ein Teil der Küche mit Kühlschrank, Kaffeemaschine und Heißluftfriteuse. Das reicht mir, da ich nicht von mehrtägigen Stromausfällen ausgehe. Allerdings steht zur Not auch noch das Wohnmobil auf dem Hof.

Da wir viel Kochen und Backen und noch die Waschmaschine parallel dazu läuft, erwies sich der eine MP2 als zu klein.

Also hab ich noch einen auf die zweite Phase geklemmt. Der Installationsaufwand hielt sich mit einem Netzkabel, zwei Batteriekabeln und einem Patchkabel dabei in Grenzen. Notstrom macht nach wie vor nur der erste MP2.

Es hängt also immer auch vom Nutzerverhalten ab, wie aufwändig sich sowas gestaltet.

Hallo Markus,

mein Haus hängt ebenfalls komplett am AC-Out1, auch mein Fronius WE. Nur der Durchlauferhitzer und demnächst die neue Victron EVCS werden am AC-Out-2 hängen.

Drei MP-2-5000, 22KWp Solar und 30KW Pytes Akkus. Nur im Winter fallen ca. 800KW an Netzbezug an. Den Rest liefert die PV.

Wirtschaftlich ist die Anlage über die 20 Jahre Einspeisevergptung in Verbindung mit dem günstigeren KW-Preis. Daneben ist es ein schönes Hobby und ein gutes Gefühl. Herzliche Grüße Frank

Das ist der entscheidende Punkt: Mit einer kleineren und wesentlich preisgünstigeren PV-Anlage wäre Dein Netzbezug im Winter nicht nennenswert größer, und den Rest des Jahres würde die kleinere PV Deinen Verbrauch genau so decken wie jetzt. Dein geringfügig niedrigerer Netzbezug im Winter kann die Mehrkosten des größeren Systems aber nicht kompensieren. Bei 22 kWp ist Deine Anlage doch weitgehend eine Volleinspeiseanlage, mit ganz wenig Eigenverbrauch.

So eine große Anlage ist also ein nettes Hoby, oder der Wunsch eines Ultra-Preppers: Da geht es dann eben nicht mehr um Kosten und um Vernunft, sondern um den Spaß an der Sache oder um Ideologie. Und das sollte man immer dazu sagen, wenn man so eine Anlage als Empfehlung für andere vorstellen will.

Ganz allgemein: die unteren 30 bis 40% des Stromverbrauchs eines Haushalts durch PV zu decken, kostet fast gar nix. Das schafft schon ein Balkonkraftwerk. Und jede zusätzliche Deckung des Stromverbrauchs macht die PV teurer, und zwar um so teurer, je höher der erreichte Deckungsgrad schon ist. Ich schätze, dass mit viel DIY die wirtschaftlich erreichbare Deckungsquote bei gut 80% liegen könnte. Wer hingegen seine PV teuer beim Solarteur kauft, der wird u.U. Probleme haben, die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit überhaupt je zu erreichen.