Akkus hinzufügen (Pylontech US3000C) bei off grid Anlage

Hallo liebe Community,

Es ist schon eine Weile her seit meiner letzten Anfrage, daher nochmal meine “Vorstellung”.

Ich habe folgende Inselanlage in Griechenland und bin richtig froh, dass ich nun endlich autark bin, und soweit alles gut zu funktionieren scheint:

HomePremium M USV Solaranlage 4500Wp 7kWh LiFePo4 Speicher 1-phasig

    • 10x Luxen Solar 450W Bifazial TopCon N5 Full Black Solarmodule

    • Victron Energy 48/5000 MultiPlus-II Wechselrichter MPN PMP482505010

  • Victron Energy MPPT SmartSolar Laderegler 250/85-Tr

  • Victron Energy Lynx Distributor für DC Verteilung und Absicherung

  • 2x 3,5kWh Pylontech US3000C LiFePo4 Speicherbatterien

  • Cerbo GX MK2 + GX Touch 50 von Victron Energy

Aufgrund meines vorigen Posts und der hilfreichen Stellungnahmen, habe ich mich entschlossen die Anlage mit weiteren 2x 3,5kWh Pylontech US3000C LiFePo4 Speicherbatterien zu erweitern.

Obwohl ich mittlerweile viel gelesen habe, bleibe ich trotzdem blutiger Anfänger, und möchte sicher gehen, dass ich beim Anschluss der neuen Pylontechs keinen Fehler mache und am Ende mehr Schaden als Nutzen anrichte…(Die Informationen aus Foren, Artikeln und der KI hat mich nun noch mehr verwirrt und total verunsichert…)

Daher beschreibe ich, wie ich mir den Vorgang Schritt für Schritt vorstelle, und bedanke mich im Voraus für Eure Geduld und Unterstützung!

Ich hatte eigentlich vor, die alten sowie die neuen Batterien getrennt vollzuladen, und dann alle zusammen anzuschließen.

Aber ich lese nun in der Batterieanleitung Folgendes:

“Beim Zusammenschalten von Batteriemodulen mit unterschiedlichen Ladungszuständen müssen die Batterien mindestens 15 Minuten im Leerlauf betrieben werden, bis die Kapazitätsanzeigen ähnlich anzeigen.”

Verstehe ich es richtig, dass ich die neuen Batterien gleich anschließen kann, aber ohne AC-Lasten, also keine Stromabnahme, sondern nur an die Paneele anschließen und aufladen lassen von der Sonne?

Zu Beginn also die Anlage ausschalten, und zwar bin ich mir nicht sicher, ob man

zuerst die AC-Lasten (Hausstromsicherung),

dann DC (PV-Eingang),

danach den Wechselrichter und

zuallerletzt die Batterien (SW-Schalter der Master-Batterie und danach alle einzelnen Powerschalter auf Off) abstellen soll?

Stimmt das so?

Dann die neuen Batterien anschließen und die Anlage einschalten.

Vorigen Prozess umgekehrt ausführen:

Batterien (von der Master beginnen und der Reihenfolge nach beim Schalter ON jede einzelne Batterie einschalten, dann bei der Master SW drücken)

Wechselrichter,

DC und schließlich

AC einschalten (nachdem die Batterien auf den gleichen SoC gebracht und die Einstellungen überprüft wurden, ob die Information der neuen Batterien über das BMS weitergegeben wurde.).

Oder doch den Wechselrichter vor den Batterien einschalten?

In der Batterieanleitung habe ich folgendes gelesen:

“Beim Einschalten des Systems wird bei Vorliegen von Netzspannung zunächst der Wechselrichter eingeschaltet, um zu verhindern, dass Stromimpulse des Wechselrichters die Batteriebank nachteilig beeinflussen.”

Jetzt zum Batterie-Anschluß:

Eine der beiden neuen Pylontechs wird die Master-Batterie (LinkPort 0 frei).

Muss das tatsächlich die obere Batterie sein, oder kann ich die neuen unter den vorhandenen platzieren, und achten, dass die letzte/unterste die Master ist mit LinkPort 0 frei, wo auch das Pluskabel zum Distributor geht?

Das Minuskabel würde dann von der obersten Batterie zum Distributor gehen.

So sieht meine Anlage aktuell aus:

PS: Ist es schlecht für die Batterien, wenn sie fast ständig vollgeladen bleiben (also bei 97% und manchmal auf 100%)?

Herzlichen Dank schon im Voraus!

Hallo Nike,

ich mache das bei Batterieerweiterungen so:

Die Spannung der neuen Batterie messen. Dann unter DVCC die Max Ladespannung auf den Wert der neuen Batterien und damit die Bestandsbatterien auf die selbe Spannung wie die neuen laden/entladen. Wenn dann +/- 0,5V einfach zusammenschalten… Mag sein dass es nichteinmal unbedingt nötig wäre aber so hat es immer problemlos geklappt und die Packs sind innerhalb weniger Minuten ausgeglichen. Die Batterien alle Aus und wenn zusammengeschaltet über den Master einschalten ( die Batterie mit der neusten Seriennummer ist Master das sieht man am Datum der ersten Stellen)

Da die Reihenfolge beim Aus- und Einschalten nicht ganz unwichtig ist habe ich bei meinen Anlagen das Vorort: Beispielsweise…

Natürlich geht das auch so, Aus und Einschalten sollte man über die Masterbatterie, deshalb mach ich diese immer ganz oben.

Besser wäre die 2 neuen Packs genau so wie die 2 aus dem Bestand an den Lynx zu führen, dort ist ja noch was frei. Also immer 2 zusammen. Den Cerbo kann man irgendwo mit unter klemmen.

Wenn Du zwei Batterien zusammen anschließt, dann bitte “diagonal”. d.h. Plus von der einen zum Lynx und Minus von der anderen zum Lynx.

Ich hab bei meiner Erweiterung von 1 auf 5 Batterien (15kWh bzw. 280Ah-Blöcke) alle Batterien einzeln auf ca. 60-70% SoC gebracht.

Dann habe ich alles von den Batterien getrennt und bei jeder Batterie die Spannung selber gemssen und notiert. Ich wollte weniger als 1 V differenz haben.
Anschließend habe ich eine Batterie nach der anderen verbunden.
Erst 1+2, dann 1,2,3, , dann 1,2,3,4 und zuletzte die fünfte.
Verbindung war:

  1. alle BMS ausschalten
  2. Spannung messen (sollte 0V) sein
  3. Damit kein Fettfilm auf den Kontkatflächen ist:
    Arbeiten mit Handschuhen.
    Pole und Kabelschuhe mit Isoporpanol säubern.
  4. Batterien verbinden
  5. BMSe einschalten
    Zwischen jeder weiteren Battrie 15 Minuten gewartet bzw. bis der Ausgleichstrom kleiner 5A war.

WICHTIG:
Bevor Du die Kabel anschließt:

  • schalte das BMS aus, das soll die MOSFETs trennen
  • miss die Batterie-Pole um sicher zu gehen, dass kein Spannung anliegt
  • dreh dich um und miss noch mal :wink:

Wenn ich an Strom arbeite prüfe ich immer zwei mal. Wenn mich jmd. zwichendurch anspricht, wiederhole ich die Messung. Die Batterien können Metal zum Fließen bringen…

Dann habe ich das ganze Pack an die Anlage angeschlossen, normal hoch gefahren, auf 100% SOC geladen und dort für einen Tage gehalten, damit die Balancer die Batterie ausgleichen.

Bei Pylontedh soll die neuste Batterie bzw,. die mit der neuesten Firmware der Master sein.

Das kann man gar nicht laut und deutlich genug sagen. Die meisten Laien haben zwar schon mal was vom Ohm’schen Gesetz gehört, haben das aber nicht ausreichend verinnerlicht, um das auch bei jedem Handgriff in Erwägung zu ziehen.

Man muss sich klar machen, dass der Innenwiderstand des ganzen Akkus im niedrigen Milliohm-Bereich ist. Tausendstel Ohm! Selbst wenn man die Akkus vor dem Verbinden bis auf 0,1V gleiche Spannung bringt, wird dann immer noch kurzfristig ein Ausgleichsstrom in der Größenordnung von 100 A fließen! Und wer zwei Akkus mit 1 V Spannungsdifferenz parallel verbindet, der erzeugt einen kurzzeitigen Ausgleichsstrom von ca 1000 A.

Auch die Bedeutung des diagonalen Anschließens eines Packs aus mehreren parallel geschalteten Akkus muss man immer wieder klar machen. Der Strom in bzw aus einem einzelnen der parallel geschalteten Akkus wird entsprechend des Widerstands des Anschlusses ausfallen. Ein doppelt so langes Kabel führt zu einem halb so starken Strom. Man muss deshalb unbedingt darauf achten, dass die Kabellänge zu jedem einzelnen der parallel geschalteten Akkus möglichst genau gleich lang ist wie zu allen anderen.

Bringt doch nicht alle durcheinander… Seine 2 Packs sind doch diagonal angeschlossen. Die neuen 2 genauso auch an den Lynx.

Nein, das meint du schließt die Batterien an. MPPTs aus, Inverter aus und fährst die Bank hoch.

Jetzt fließt unweigerlich Strom von Akku zu Akku, bis alle die selbe Spannung haben.

Dann kannst du Inverter und MPPTs anknippsen.

Es ist trotzdem ratsam, dass du das bei etwa gleichen Ladeständen machst - die Ausgleichsströme können enorm sein.
100/100 klingt einfach, würde ich aber vermeiden, da sind die Potentialunterschiede der Zellen potentiell am Größten.

Pylontech sagt +/- 1 LED, was bei 5 (?) Dann etwa 20% Spanne sind.

Ich würde die neuen einzeln anschalten, schauen wieviele LEDs leuchten, die alten auch dahin bringen und dann aus, zusammenschließen, hochfahren.

Die meiner Meinung nach beste/sicherste Methode ist folgende (so machen wir das bzw. empfehlen es unseren Kunden):

  1. Die alten Akkus auf 100% laden (ESS Modus “Batterie geladen halten”)
  2. Die alten Akkus abklemmen (vorher natürlich das System abschalten)
  3. Die neuen Akkus anklemmen
  4. Die neuen Akkus langsam auf 100% laden (Strom ggf. über DVCC auf 1/10 der Kapazität beschränken)
  5. Die alten Akkus dazu schalten (System dazwischen wieder abschalten)

Ist so zwar etwas umständlich, aber so hat man zum einen beim neuen Akku eine saubere Initialladung gemacht und zum anderen sind die Akkus beim zusammenschalten garantiert auf dem gleichen Ladezustand.

Bei der Gelegenheit ggf. auch gleich ein Update der Firmware auf den Akkus machen.
Das klappt ja mittlerweile ganz gut über das VRM Portal.

Danke für die Erklärung!

Mein MPPT hat keinen ein/aus Schalter…

Ja, so war mein Gedanke ursprünglich. Durch die vielen Sonnenstunden sind die alten Akkus fast immer voll.

Langsam laden ist eher schwierig, das geht aktuell sehr schnell… Ich verstehe Punkt 4 nicht ganz, muss mir das im Menü anschauen…

So, habe eben meine 8x US3000 um 8x US5000 erweitert - hat reibungslos funktioniert :slight_smile:

“So” hab ich es jetzt letzen Endes gemacht, ist aber sicher nicht der einzige Weg:

  • Angekommene Module eingeschalten. Leider ohne BMS Kommunikation keine LED-Anzeigen. Also mit dem Multimeter alle einmal gemessen: 49.7V.
  • Dann in meinem VRM SOC / Voltage verlauf gesucht, wann meine 3000er einigermaßen idle waren und 49.7V hatten. Sah nach 60% aus.
  • Minsoc auf 60% gestellt, grid setpoint -10.000 und kurz warten.
  • Spannung lt BMS dann im idle bei 49.4V.
  • Minsoc solange um 1% erhöht, bis das BMS in Idle 49.7V sagte. (letzten endes 66%)
  • Alles aus
  • Neue Module dazu verkabelt
  • Alle Akkus an (Inverter / MPPTs weiter aus)

und sie da: Perfekt :smiley:

Beim Abschalten lagen die Min/Max cell voltages bei 3.30V und 3.31V (8x US3000)

Nach dem Anschalten - liegen die cell voltages bei 3.30V und 3.30V. (8x US3000 + 8x US5000) Glaube besser hätte man es nicht treffen können :slight_smile:

Da die letzten gerade erst aus der Garage reinkamen, werde ich das jetzt “so” stehen lassen, bis die Temperaturen bisschen angeglichen sind - und dann das System wieder einschalten.
Wahrscheinlich völlig nicht nötig, aber pressiert heute nich mehr :slight_smile:

Prima, dass es geklappt hat, aber im letzten Bild sind zwei Dinge, die mir Sorgen machen würden:

  • Warum wird die gleiche Zellen-ID 0101 für niedrigste und höchste Zellspannung ausgegeben?
  • Und warum gibt es eine so extrem große Temperaturdifferenz von 8K zwischen den Zellen?

Das ist nicht die ID der Zelle sondern des Batteriepack. Die min und Max sind im selben Batteriepack.

Weil die neu dazugekommenen vermutlich woanders gelagert waren und noch keine Temperatur vom Betrieb haben, er hat ja geschrieben dass er wartet bis die Temperaturen angeglichen sind.

Das finde ich äußerst merkwürdig. Dann wird hier also keineswegs die Zelle mit höchster oder gringster Spannung identifziert, sondern nur die Batterie, in der diese Zelle steckt. Was soll der Nutzer damit denn anfangen können? Und überhaupt: In welchem Zahlensystem ist diese Batterienummer 0101 hier denn dargestellt? Vielleicht bei paralleler und serieller Verschaltung von Batterien die dezimale Nummer der Reihe und die Nummer in der Parallelschaltung?

Ja

Den Nutzer interessiert das eh nicht und der Installateur weiß welches Pack ggf. Schadhaft ist. Bei mir ist 1010 der Master und dann der Kommunikationsverlabelung entlang 1020,1030,1040. welche Zelle das genau ist muss man am BMS auslesen.

Das bezweifle ich ganz extrem. Installateure verbauen idR Hochvolt-Akkus, und das ganz besonders bei Anwendern, die sich für die Technik nicht interessieren. Und Installateure werden von diesen Nutzern erst dann gerufen, wenn eine Batterie ausfällt. Dann ist es aber meistens schon zu spät.

Pylontech Akkus dürften ganz, ganz überwiegend in DIY Anlagen stehen. Und deren Nutzer haben ein großes Interesse daran, zu wissen, welche Zelle in welcher Batterie eventuell schon zu schwächeln anfängt.

Das ist IMO ein weiteres Indiz dafür, dass die Pylontech-Akkus mittlerweile doch etwas veraltet sind. Heute kann jedes Billig-BMS die Zellenspannungen mit der Nummer der Batterie in einem Batteriepack, und der Nummer der Zelle in der Batterie an das Victron System übermitteln.

???
Ein Installateur, der Victron Komponenten installiert, wird wohl kaum mit Hochvolt Akkus arbeiten, da es dafür bei Victron keine Geräte gibt (zumindest aktuell nicht).
Auch bei den Hochvoltakkus von Pylontech (und vermutlich auch anderen Herstellern) wirst du auch nur die Nummer des Moduls bekommen.

Es gibt sehr viele Installateure, die Pylontech verbauen (oder verbaut haben), ganz sicher nicht nur DIY.
Das ist einfach eine Frage der Gewährleistung. Als gewerblicher Installateur würde ICH beim Kunden keinen DIY Akku ins Haus stellen.

Wir haben viele B2B Kunden, die bei uns Victron Komponenten und Akkus (BYD, Pytes, Cegasa oder Pylontech) kaufen und dann bei ihren Kunden installieren bzw. machen wir das auch selbst seit vielen Jahren so.
Es gibt nun mal sehr sehr viele Kunden, die gerne eine Stromspeicheranlage haben möchten, sich die Installation aber nicht zutrauen oder es eben professionell gemacht haben möchten.

Mit “Installateur” meinst du vermutlich solche, die diese fertigen “All-in-one” Kisten anschließen, bei denen Akku, Wechselrichter usw. alles in einer Kiste ist an die man nur noch ein 3- oder 5-adriges Kabel + Netzwerk anschließt und fertig.

Aber was nützt es dem Endnutzer, wenn er die Zellnummer hat?
An den Zellen sollte dieser sowieso nicht herumbasteln.

Die Modulnummer ist da völlig ausreichend.
Damit wendet man sich dann an seinen Händler/Installateur und der muss sich darum kümmern, das das Modul repariert wird.

Das ist bei BYD z.B. genauso, da bekommt man auch nur die Nummer des Moduls.
Bei Pytes bekommst du glaube ich die Nummer vom Modul und die Zelle, aber auch da sollte der Endkunde dann nicht eigenmächtig das Modul öffnen um direkt an die Zellen zu kommen.

Bei Pylontech kommst du sowieso nicht an eine einzelne Zelle, da bei Pylontech immer 3 Packs mit je 5 Pouchzellen verbaut sind.
Gut, du kannst das schon machen, wenn du deine Garantie verlieren willst.

Das erste 01 ist die Gruppe und die zweite 01 das Modul in der Gruppe.
Mehrere Gruppen hat man in Verbindung mit einem LV Hub, da kann man dann (ich glaube) bis 8 Gruppen haben und jede Gruppe bis 16 Module.
Die erste Zahl kann also bis 08 gehen und die zweite bis 16.

Das ist zwar richtig, aber wie hoch ist der Anteil der Installateure, die Victron-Systeme verbauen, denn überhaupt? Es gibt in DE weitaus mehr Regionen, in denen es gar keine Victron-Installateure gibt, als solche mit.

Ich habe hier einige Angebote von Solarteuren geprüft, und kein einziger hat Victron angeboten, ausnahmslos alle haben Hochvolt-Akkus eingeplant. Übrigens: kein einziger dieser Solarteure hat auch nur nach dem Lastprofil gefragt, und demnach auch für krasse Lastprofile mancher Nachfrager völlig untaugliche Systeme angeboten.

Wie kommst Du denn auf dieses schiefe Brett? Mit “Installateur” meine ich einen Installateur. In den Angeboten, die mir vorliegen, geht es immer um Anlagen zwischen 10 und 20 kWp.

Cell Voltage-ID ja bereits erklärt - Temperatur lag schlicht daran, dass die alten schon den ganzen Tag liefen, während ich die neuen erst aus der Garage reingebracht habe.