Vielleicht ein bisschen off-topic für das Victron Forum, trotzdem versuche ich es hier mal.
Ich möchte meine A/C Verteilung des Wohnmobiles neu machen und an den MP2 anpassen.
Vom Aussenstecker (CEE) gehe ich auf einen ABB DS202CR-B16 FI/LS und von da auf den Multiplus. Den GND lege ich direkt auf den Multiplus (Eingangsstecker) ohne die GND schiene mit dem Chassis zu verbinden.
Vom Multiplus gehe ich auf einen ABB F202A-40/0.03 FI weiter zu diversen ABB S202-B16 LS von da aus verteile ich nochmals auf zusätzliche PowerMeter mit Schaltfunktion. Auch da Schlaufe ich das GND direkt durch ohne mit dem Chassis zu verbinden.
Fragen:
Ist es korrekt die GND nicht auf Chassis GND zu legen, sondern via Multiplus (Multiplus hängt ja am Chassis) Trennrelais?
Kann ich Eingang FI/LS und Verteilungs FI und LS in der Selben UV verbauen, oder müssen diese Örtlich getrennt sein?
Sonst noch irgendwelche speziellen Anforderungen?
→ Ja, ich werde die Anlage von einem Prüfer abnehmen lassen. Jedoch hat auch er mir signalisiert, dass er bei einer Fahrzeuginstallation nicht 100% Sattelfest ist… ist auch nicht alltäglich.
Bei Heise war die Tage dazu ein interessanter Artikel, der insbesonders bei Wechselrichtern, wie dem MP greift, welcher das Netz vom Eingang zum Ausgang durchschleift.
Der FI am Eingang (AC_In) ist eigentlich unnötig, an der Stelle greift der FI vom Landstrom.
Aber bei unsicheren Netzten, wie auf alten Campingplätzen, wo man sich nicht sicher sein kann ob es einen FI gibt, kann der nicht schaden…
Zum Thema PE auf Chassis, - das solltest du nachholen. Das Chassis ist wie das Metallgehäuse eines Gerätes (Waschmaschine, Bügeleisen, etc…) und alle berührbaren Metallteile müssen geerdet werden. Der FI funktioniert zwar ohne eine Erdung, da einfach nur der Differenzstrom erfasst und im Fehlerfall abgeschaltet wird, aber das Chassis sollte auch im Stande sein eine Spannung abzuführen.
Egal wie es zu einem Fehler, und somit einer Ladung/Spannung auf dem Chassis kommen sollte, diese Energie muss abgeführt werden. Und dafür muss das Chassis geerdet werden.
Das hatte ich zuerst auch so gedacht. Aber auf allen Diagrammen auf der Victron Homepage sind sie nur durchgeschleift. Das hat mich verunsichert. Der MP hat ja sowieso ein Relais, das GND auf Chassis legt wenn benötigt - oder nicht?
Danke @DirkW, das Geld für den Artikel hat sich gelohnt. Ich werde die GNDs noch auch Chassis legen. Dank dem MP muss ich mir ja keine Sorgen machen bezüglich Nullleiter.
Korrigiert der Multiplus auch L/N Fehler am Eingang?
Du musst hier bitte mit den Begriffen aufpassen. GND ist wohl eher auf der DC-Seite, wir reden hier eher von der AC-Seite.
Der Multiplus2 hat ein Relais, welches bei Wegfall des Netzes am AC_In den PE und N des AC_Out kurzschließt. Wenn du den PE (also Erde) des Multiplus2 aber nicht mit Chassis verbindest, dann ist da auch keine Verbindung. Der Multiplus2 hat ja selber ein Metallgehäuse und muss selbst ja schon geerdet werden. D.h. du machst die Erde vom Landstrom und die Erde vom Ausgang auf die zentrale Erdungsschraube und von da irgendwo an eine geeignete Chassis-Anbindung.
Du bringst jetzt noch einen weitern Begriff ins Spiel: “Masse”. Also Masse = GND = Chassis …. ?!
Ich meine zu wissen was du meinst aber wir lesen im Forum immer wieder von den komischsten Fehlern, und bei solchen Begriffen beginnen oft schon Probleme. Ich lass jetzt gut sein.
das stimmt. im inselbetrieb verbindet das relais N mit PE wenn das erdungsrelais aktiv ist. das kann man aber deaktivieren, ausser man hat einen grid-code eingetragen und ich habe das absichtlich in mehreren wechselrichtern deaktiviert!
das Erdungsrelais schließt (standardmäßig), auch wenn man bei einen ESS System mit Grid Code, wenn es sich im Insel- / Notstrombetrieb befindet. weil sonst PE und N an AC out nicht verbunden sind. Die zwei, zweipoligen Relais des NA Schutzes am Eingang des MP sind bei diesem Betriebszustand offen, damit kommt die Brücke zwischen PE und N in der vorgelagerten Hausinstallation nicht mehr zum tragen. Ich hatte mal die Doku einen Wechselrichters das war das Thema auf 2 Din A4 Seiten sehr detailliert erläutert. Eine nicht so ganz triviale Sache die einem sehr viel Ärger machen kann. Vermutlich gehen die vielen Anfragen zu auslösenden Fi Schaltern dahin.
Man sollte sich mit dem Thema immer ausreichend tief beschäftigen und die (lebenswichtigen) Schutzmaßnahmen bei der Inbetriebnahme in allen Betriebszuständen überprüfen.
Wie immer steht dazu einiges (nicht nur der Auszug) in der MP2 Bedienungsanleitung
Dieses Produkt ist mit einem Erdungsrelais (Relais H, siehe Anhang B) ausgestattet, das den
Neutralleiterausgang automatisch mit dem Gehäuse verbindet, wenn keine externe Wechselstrom-
Versorgung gegeben ist. Ist eine externe Wechselstromversorgung vorhanden, öffnet das Erdungsrelais
H, bevor das Rückstromschutzrelais schließt. Das gewährleistet ein sicheres Arbeiten des in den
Wechselstromausgangskreis zu schaltenden Fehlerstrom-(FI)-Schalters
Schönes Wochendende
. Wenn man es rausprogrammiert hat natürlich nicht.
das problem mit dem erdungsrelais ist, dass es durch einen grid-code nicht mehr frei programmiert werden kann, was leider zu folgeproblemen fuehrt und wenn es nur eine kollision mit den vorschriften ist!
sobald ein grid-code eingetragen ist, stellt das system sicher, dass N und PE verbunden sind, egal ob mit dem erdungsrelais oder auf anderem weg. das ist besonders dann nervend, wenn man das system als ess betreiben will, aber den N aus sicherheitsgruenden fest durchverbunden hat. mit einem externen NA-schutz funktioniert das zwar auch mit einem deutschen grid-code, aber das problem kommt dann mit dem inselbetrieb, dann hat man den N naemlich 2 mal mit dem PE verbunden und das darf nicht sein!
waehlt man einen grid-code, bei dem der N verbunden ist, hat man zwar keine probleme mehr mit dem erdungsrelais, aber man kann auch die noetigen kennlinien bei den grid-code einstellungen nicht mehr konfigurieren!
egal, was man macht, man wird also immer gezwungen den N zu schalten und wenn der mal nicht verbunden ist, bekommt man eine sternpunkt-verschiebung und ueberspannung im haus!
dass bei 3 multis der N mal nicht verbunden ist, ist zwar unwarscheinlich, aber da ich fuer jedes system einen automatischen bypass einbaue, muss ich auch sicherstellen, dass ich hier keine probleme bekomme, also kommt hinter dem NA-schutz erst mal eine spannungsueberwachung, die dafuer sorgt, dass es keine ueberspannung gibt! man hat also einiges an mehraufwand, nur weil man das erdungsrelais nicht mehr frei programmieren kann!
es gibt aber auch sehr gute gruende, warum man ohne verbindung zwischen PE und N arbeiten will!