3-Phasen Victron Multiplus II ESS per Fernwirkschaltstelle runterfahren

Kann man machen, ich sehe mit Akku, einfach den Grund nicht ganz. Schon gar nicht im zusammenhang mit einer EVU Drosselung oder Sperre.

Zumindest bei mir will der EVU einfach kein oder weniger Strom von mir abnehmen. Aber desswegen lasse ich mir die “Ernte” nicht freiwillig einschränken wenn es nicht explizit gefordert ist. Darum habe ich auch den Fronius an den AC-Out 1 gehängt, dass hat der Typ von der Kontrolle zwar auch nicht begriffen, aber er hat es abgesegnet.

Ich habe mich da nach den ganzen Erfahrungen bei der Planung und Streitgesprächen mit dem EVU eben vom “vorbeugenden Gehorsam” entfernt.

hallo,
und warum hast du dann den remote-anschluss des mppt auf ein relais zum abschalten gelegt?

wie schaltest du denn dieses relais?

tschuess

Diese Remote Anschlüsse sind bei mir über Relais Kontakte geführt und bilden so ein Hardware Not-Aus. In der Installationsbewilligung vom EVU steht bei mir eben, dass ich für die Feuerwehr ein Schalter haben muss der alle Systeme ausschaltet. Darum habe ich mir mit den 48V aus dem Akku und einem Schalter auf der Schaltschranktüre diese Funktion realisiert. Das ist aber dann eben ein wirklich hartes ausschalten, weil ja die Hardwarefreigabe an den Victrongeräten weggenommen wird.
Die Funktion der Drosselung mache ich über einen Gpio am Venus und eben dem Node Red Flow.

Oder anderst gesagt, ich habe mir da jetzt 3 unabhängige Ausschaltmöglichkeiten geschaffen, in der Hoffnung das im Havariefall sicher mindest 1 Schaltung greift und den Sicheren Zustand wieder herstellt. Auch die FW ist so glücklich nach der Inspektion.

hallo,
und wie schaltest du die akkus aus? denn mit dem abschalten der mppts und der multis ist das system noch nicht stromlos!

tschuess

Da habe ich tatsächlich nur den Schalter auf den Pytes, weil es sonst keine wirkliche Möglichkeit zur Fernsteuerung gibt.

Mit dem Lynx hat man da auch nur die Adler Sicherungen drin. Aber bis heute hat keiner der verschiedene Kontrolleure danach gefragt. Wen eine Zelle durchgeht nützt leider auch ein Schalter nichts. Darum habe ich mir über die Pytes eben einen Rauchmelder montiert und das Relais darin sendet mir einen Alarm. Klar es brennt da sowieso ab, aber der Rest rundum kann geschützt werden.

Hallo Andy, ich lese jetzt schon einige Zeit interessiert mit, wenn Anlagen in der Schweiz oder Östereich beschrieben werden. Die Vorgaben der Netzbetreiber sind schon echt spannend und
es wundert mich, dass doch viele Victron benutzen. Hier hatte ich das Glück, dass mein Netzbetreiber recht locker mit der Angelegenheit umgeht, wenn alle Vorgaben erfüllt sind. Das hatte ich vorab geklärt und meinen Hauselektriker damit entlastet.
Zur Trennung der Anlage habe ich einen Trennschalter von Victron verbaut, da gibt es hier unterschiedliche Aussagen zu, mir war die haptische Trennung wichtig. Ich komme gebürtig aus der Fahrzeugtechnik, die Erfahrung zeigt dort, der Trennschalter ist Wichtig und gewährleistet die Sicherheit. Das ich den Stromkreis vor Arbeiten am System unterbreche und freimesse bleibt natürlich eine Selbsverständlichkeit.
Der Trennschalter hat den Vorteil, dass ich den Schlüssel entfernen kann und gegen Wiedereinschalten abgesichert habe.

Hallo Volta, toll das es noch Netzbetreiber gibt, die nicht nur Huawei kennen.
Ich möchte hier die ganze Geschichte nicht erzählen, ein paar werden es wissen. Nur kurz zusammengefasst: der Netzbetreiber und Energieversorger hier hatte zuvor noch nie was von Victron gehört und mich ernsthaft gefragt wieso ich den Akku haben will. Der genaue Wortlaut habe ich immer noch im Ohr: “Wieso Akku wir haben doch ein so sicheres und stabiles Netz”. Die 2. Aussage war noch viel extremer: “verbauen sie Huawei, dann haben sie nie Probleme”.

Der gleich Herr war dann aber bei der Abnahme und der Steuerung der Abriegelung sehr kulant und hat gemeint: “das ganze sei ein System und müsse in sich funktionieren”.
Dazu muss man vieleicht auch noch wissen: der EVU betreibt selber grosse PV Anlagen und auch eine Wasserstoffproduktion den aber niemand haben will. Zusätzlich haben die auch eine eigene PV Installations Abteilung.

Wie in der Schweiz halt üblich quasi ein lokales Monopol aus dem man nicht entfliehen kann. Ja, trennmöglichkeiten sind nicht nur im Auto eine Lebensversicherung, auch hier habe ich mehrer und räumlich getrennte Möglichkeiten auszuschalten und Spannungslos zu machen.

Nachtrag: Ich weiss zwar nicht ob es hier so richtig ist, aber hier mal das Blockschaltschema meiner Anlage:

(PS: Anregungen sind gerne willkommen, aber pauschale Kritik brauche ich nicht, die Anlage ist gebaut, abgenommen durch die Behörden und produziert viel Energie).

Hallo Andy,
das sieht doch sehr durchdacht aus, am Ende muss es für seine Ansprüche und sein System funktionieren.Bei mir ist es nur ein zusätzlicher AC - Speicher gewesen, da sind die technischen Bedingungen dann eventuell etwas lockerer. Für unsere Anlage war erst ein Solis Wechselrichter angedacht, die Daten waren auch sehr spannend aber es fehlten noch die Erfahrungen zur Haltbarkeit. Am Ende hat bei Victron der GX die Entscheidung gebracht, damit war die Anlage technisch überschaubar genug für meine Kenntnisse und die Wand nicht voll mit Steuergeräten, Kabel und Wechselrichter. Huawei hat für unsere Anlage keine Vorteile, dann bist du wieder an bestimmte Produkte, meist mit höheren Preisen, gebunden.

Ich muss dazu sagen, das ganze ist zwar jetzt so gebaut, aber das ganze Konzept baut auf dem Victron/Fronius Grundkonzept auf. Da ich seit langer Zeit im Bereich Elektroplanung arbeite und täglich Elektropläne zeichne, ist die Zeichnung natürlich entsprechend geworden. Dahinter verbirgt sich dann noch ein Allpoliger Elektroschaltplan mit allen entsprechenden Daten.

Grundsätzlich sträube ich mich immer gegen Anlagen die eine Cloud brauchen, denn wir sollten lernen mit unseren persönlichen Daten sorgfältiger umzugehen. Vor jahren hat man Huawei aus dem Telkom Markt gedrängt wegen Spionageverdacht, jetzt baut man Geräte der gleichen Firma bedenkenlos bei viel zentraleren Dingen unseres Lebens wieder ein. Wenn die Gerüchte auch nur Ansatzweise stimmen erklärt sich der Preisunterschied recht einfach, denn mit jedem verbauten WR geben wir ein Stück unserer persönlichen Daten mit in zahlung.
Sorry, ist ein politisches Statment, aber ich versuche einfach die Dinge beim Namen zu nennen. Es ist mir klar, ist leider nicht gerne gesehen.
Das EVU bei mir hat ja auch abgestritten das es mit Huawei CH irgend ein Deal hat, aber beim Nachbarn haben sie eine solche Anlage gebaut, und regeln dem die Rückspeisung via Cloud ab. In seinem Rückspeisevertrag steht es sogar explizit drin, dass eine genaue Regelung über die Huawei Cloud erfolge. Via Netzkomando machen sie da aber noch On/ off. Ich frage mich da immer wieder : “wie naiv muss man sein, um auf ein externes Cloud-System, zu vertrauen?”

Ich bin froh und schätze mich glücklich etwas mehr Geld investiert zu haben, dafür ist mein System eben meun und keiner macht da irgendwas ohne mich zu fragen.

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Nun, so ähnlich sehe ich es auch, Finger weg von Cloud o.ä.
Dein Schaltplan sieht meinem ziemlich ähnlich, liegt aber vermutlich in der Natur der Sache.

schaltplan_v3.5.pdf (269,7 KB)

Das praktisch sowohl die MP2´s als auch die MPPT´s und auch die Pyt´s mit dem Cerbo reden, ist ja irgendwie klar - alles andere wäre ziemlicher Unsinn. Und auch der Fronius spricht mit dem Cerbo und umgekehrt, vermutlich eingeschränkt, aber der Cerbo regelt über mein LAN (!) den Fronius - eine andere Verbindung gibt es definitiv nicht.

Sorry Leute, ich bin wie gesagt Elektrotechniker, aber kein Programmierer, mit NodeRed oder ähnlichem kenne ich mich nicht aus.
Es muss also eine fertige, vorgefertigte Lösung geben, wo einfach an den vorhandenen Geräten (Cerbo, Fronius) entsprechende Einstellungen vorgenommen werden können.
Da ich noch immer keinen Vertrag mit der EVN habe, läuft die komplette Anlage nach wie vor auf Null-Einspeisung, und zwar störungsfrei.

PS:
(bitte hier nicht weiterbehandeln, vielleicht kommt da eine eigener Thread)
Die Idee, mit einem einzigen Schalter die ganze Anlage abzuschalten, finde ich nicht schlecht, nur habe ich derzeit keine Ahnung, wie das realisierbar sein soll.
Mit dem vorgeschrieben Feuerwehrschalter kann ich zwar die Verbindung PV-Module - MPPT´s trennen, aber das wars dann auch schon. Auch für den Fronius gibt es einen eigenen FWS. Die Multis und die Pyt´s kann ich nur über die Geräteschalter deaktivieren.

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frage am rande, weil du die EVN ewähnst und daher wohl in NÖ bist: wo ist der feuerwehrschalter vorgeschrieben? ich hab da weder vom elektriker noch bei der abnahme was davon gehört, ich hab auch die feuerwehrmänner bei der jährlichen spendensammlung befragt, was bei PV nötig ist, und die meinten “eh nix, hab ich bei meiner PV auch nicht”.

Soweit ich weiss wird der Fronius Symo sehr direkt und sehr genau durch den Cerbo GX/ Venus reguliert. Also mein Symo mit dem Grid Code MG50 drin läuft sehr stabil übers Lan. Wenn ich das LAN entferne stop er sehr schnell.
Im Inselbetrieb steuern die 3xMP2 dann via Ausgangsfrequenz den Symo.

Und laden dann via MP2 sogar den Akku auf, wenn der voll ist geht der Symo aus.

Also die Victrongeräte haben einen Hardware Kontakt den man unterbrechen kann. Dann geht der Leistungsteil sofort aus. Beim Symo mit dem Datamanger drin kann man das mit den Einstellung auch erreichen. Das einzige was so nicht geht sind die Pytes weil das BMS keine solchen Anschlüsse nach aussen hat.
Die Frage ist bei den Akku was verlangt die Vorschrift? Bei mir in der Schweiz genügt es wenn alle 400/230V aus ist und der 48V Teil entsprechend Beschriftet ist. Ist schon klar vom 48V Teil kann massive Gefahr ausgehen. Ich denke bei der Erstellung der Vorschriften hier hatten die keine solchen Leistungen in betracht gezogen. Das wird in Ö auch wie bei uns sein: quasi jede Gemeinde hat noch Sonderregeln.

Der Feuerwehrschalter ist auch (noch?) keine Pflicht.
Allerdings steht (sinngemäß) in einer OIB-Richtlinie, dass im Gebäudeinneren im Brandfall keine PV-Gleichspannungsleitungen unter Spannung stehen dürfen. Dies kannst du auf (meines Wissens nach) drei Arten erreichen:

  1. FWS unmittelbar nach Gebäudeeintritt
  2. Verlegung der PV-Leitungen in einem metallischen, geerdeten Rohr
  3. Verlegung unter Putz.

Ein Bekannter hat mir vor ca. einem Jahr berichtet, dass die FW alle Module am Dach eingeschlagen haben, bevor der erste das Gebäude betreten hat …

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hallo,
auch mit einem notschalter stehen die pv-leitungen immer noch unter spannung und alle module einzuschlagen (das ist sicherheitsglas, das zwar bricht, sich aber nicht so einfach durchschalgen laesst) bringt absolut garnichts, ausser hohen reparaturkosten fuer den besitzer und wenn das dann auch noch voellig unnoetig war, koennte die entsprechende person auch noch schadensersatzpflichtig sein und die unkenntnis der technischen grundladen wird ihm da auch nicht helfen!

auch nach dem einschlagen der module kann noch die volle spannung auf der leitung liegen. da waere es schon wesentlich sinnvoller, die zuleitungen zu durchtrennen!

die einzige gefahr, die von den modulen ausgeht, ist ein stromschlag mit dem loeschwasser als leiter wenn es eine verbindung zum erpotential gibt!

wesentlich sicherer und einfacher waere es, einen anzug zu tragen, der leitungen (wobei eine verbindung zu den schuhsolen schon reichen wuerde) enthaelt und mit dem metall der spritze verbunden ist, so dass der feuerwehrmann keinem potentialunterschied ausgesetzt sein kann!

tschuess

Und wo bitte ist da bzgl. der PV-Leitungen der Unterschied ???
Ich schrieb ja:

D.h. wenn die Leitungen von der Dachfläche in das Gebäude hineingehen, ist unmittelbar danach der FWS zu installieren. Genaugenommen müssen die Leitungen vom Dachflächeneintritt bis zum FWS in einem geerdeten, metallischen Rohr geführt werden.
Und der FWS macht nichts anderes, als eben die PV Leitungen zu trennen.

hallo,
wenn der schalter unmittelbar nach gebaeudeeintritt installiert ist, kann er im notfall auch nicht ausgeloest werden, weil dafuer zuerst jemand das gebaeude betreten muss und danach suchen muss. bei mir waere das dann auf dem speicher unter dem dach in einem abgetrennten raum hinter einer tuer!

und was soll das geerdete rohr helfen? solange das rohr nicht durch das feuer erhitzt wird, dass die isolierung wegschmilzt und es zu einem erd- und kurzschluss gibt, steht trotzdem noch alles unter spannung.

ausserdem wird hier auch immer vergessen, dass es, sofern das dach brennt, auch dann noch gefaerlich ist, wenn die leitungen getrennt wurden. oft wird der unterbau der pv geerdet, so dass es durch ein beschaedigtes kabel und das loeschwasser zu einem erdschluss kommen kann und an einer anderen stelle der wasserstrahl als leiter zum feuerwehrmann fungiert.

hier waere es wesentlich besser, das loeschwasser bis zur spritze zu erden oder einen gepulsten loeschstrahl zu benutzen.

hinzu kommt noch, dass man einer anlage von aussen nicht ansieht, ob dort gefaehrliche spannungen vorhanden sind. bei der anlage auf dem hinteren dach koennen spannungen von bis zu 800V gegen erde auftreten, bei der anlage auf dem vorderdach weniger als 60V!

also hier sollte die feuerwehr vorbeugende massnahmen ergreifen und sich nicht auf irgendwelche technik verlassen, von der sie nicht wissen, ob sie auch funktioniert oder ob sie ueberhaupt an so einen schalter kommen.

und die annahme, dass die anlage spannungslos ist, wenn man alle module einschlaegt ist definitiv falsch!

tschuess

Habe jetzt auf meine Fronius Symo alles so geändert wie es in der Anleitung steht, aber wenn ich den AUX1 vom MP2 L1 schalte wird der Fronius nicht auf Zero Feed In geschalten. Ich habe zwar nicht den GridCode beim Fronius auf MG50 geändert, aber das sollte in diesen Fall egal sein, weil im normalen Betrieb wird mein Fronius von der Victron Anlage auch öfters ungewollt gedrosselt wenn der Akku voll ist. Somit funktioniert die Drosselung grundsätzlich über Modbus.

hallo,
das problem ist, dass das gx die information, dass der multi gedrosselt wurde, nicht bekommt und damit auch nicht weitergeben kann. du musst das signal parallel dazu auch an den fronius schicken oder zusaetzliche teile einbauen, damit du es parallen auch auf das gx schicken kannst und kann dann ueber node-red die einspeisung drosseln. allerdings weiss ich nicht, ob dein anbieter das erlaubt oder eine direkte verbindung zum wechselrichter fordert!

tschuess

Mittels VE.Bus kann man wirklich nicht viel machen. Darum kann man eben auch den AUX 1 am MP nicht als “Input” nutzen. Ich habe auch mittels Modbus versucht auf die AUX ranzukommen, aber das geht auch nicht.

Der einzig Weg der wirklich funktioniert ist leider wirklich über den Cerbo GX und Node Red.

Was auch funktioniert, habe ich am WE angetestet,: ein Shelly Uni mit MQTT mit dem Venus verbinden und dann wieder Node Red. Es gibt auf Github ein Erweiterungstool und eine Beschreibung dazu, damit kann man dem Cerbo GX Daten und Senoren senden. Ist aber auch nicht plug and play.

hallo,
die ganzen shellys kannst du direkt in node-red einbinden, dafuer musst du nur die shelly-nodes installieren.

ueber den mqtt-server geht natuerlich auch, bedeutet aber nicht, dass das besser geht. muss man eben mal testen.

bei einer direkten abfrage kann man den shelly jedenfalls auf timeout ueberwachen und entsprechend reagieren. ueber mqtt ist das schwierig, da ja nur aenderungen gesendet werden!

oder du benutzt einen eingang vom cerbo. man kann da auch einen optokoppler/relais dazwischen schalten, wenn das signal eine andere spannungsebene hat.

tschuess