3-Phasen MP 2 48/5000 - Probleme mit Speicherüberladung bei Netzausfall

Ich finde das Problem ja zugegeben sehr spannend

Ich hatte es noch nicht weil Netzausfälle selten sind

Aber das bedeutet ja eigentlich das passiert mit jedem an AC-Out angeschlossenen , per Frequenz gesteuerten WR? Auch Hoymiles usw?

Interessant auch - es gibt ja diese Faktor 1 Regel bezüglich Akkugröße - der Akku soll bei plötzlichem Netzausfall die WR-Leistung aufnehmen können

Bringt halt nichts wenn das BMS dann Stop sagt, die Verbindung trennt - eigentlich gefährdet das dann doch den MP2?

Ja, das kann u.U. zu Problemen führen, je nachdem wie sich der PV Wechselrichter genau verhält.

Bei meinen letzten Tests mit Fronius mit normalen deutschen Gridcode könnte ich das aber nicht beobachtet.
Da hat sich der Fronius,durch die Frequenzänderung beim synchronisieren des MultiPlus, abgeschaltet und der MultiPlus hatte genug Zeit sich zu synchronisieren.


Ich denke die Anleitungen, in denen MG50 empfohlen wird, sind einfach zu alt.
Vor einigen Jahren waren die Anforderungen an den NA-Schutz noch anders, da hat ein Fronius mit normalen deutschen Gridcode im Inselbetrieb nicht funktioniert und dafür gab es MG50.
Seit einigen Jahren laufen die Fronius (und andere aktuelle Wechselrichter) aber ganz gut im Inselbetrieb.

Nein. Normalerweise sind die AC WR am Ausgang auf Gridcode Deutschland oder Österreich oder…

und was bringt das technisch?

So wie ich es aktuell verstehe:

  • Netzstrom ist weg, PV lädt über MP2 AC Out den Akku
  • irgendwann ist der Akku voll - MP2 erhöht die Frequenz, WR schaltet ab
  • Netz ist wieder da, MP2 verringert die Frequenz für eine Netzsynchronisierung zurück auf 50Hz
  • diese 50Hz sieht auch der PV-WR, beginnt wieder mit Stromproduktion
  • Da noch keine Netzverbindung besteht kann der MP2 die PV Leistung nur in den Akku schieben
  • Da aber der Akku voll ist schaltet das BMS ab
  • verstehe ich hier was falsch?

Im Gridcode ist auch eine Zeitverzögerung sodass der PV Wechselrichter nicht sofort wieder starten sollte, wenn der MultiPlus die Frequenz auf 50Hz reduziert.
Mit MG50 scheint es diese Verzögerung nicht zu geben bzw. Schaltet sich der Fronius damit gar nicht richtig ab und fährt seine Leistung relativ schnell wieder hoch.

Guten Morgen,

ich habe auch festgestellt, dass es hier schon einige Beiträge darüber gibt, leider aber noch ohne Lösungsvorschläge:

Es ist ein schwieriges Thema, bei einem längeren Stromausfall sind die Batterien meist nicht mehr zu 100% geladen, dann tritt das Problem nicht auf. Nach einer kurzen Unterbrechung mitten im Sommer zur Mittagszeit sieht die Sache jedoch ganz anders aus.
Ich werde heute die Victron-Frequenzen auf den AT1 Gridcode anpassen und testen.
Heute scheint es eher bewölkt zu sein, also kommen keine 10 kW aufwärts vom Dach.
Dennoch sollte es anhand der Startzeit analysierbar sein, ob das nun funktioniert oder nicht.
Ich werde berichten.

In der Tat, recht spannend.

Das ist kein Problem von Victron, sondern der “Krücke” des Interface zwischen Victron und Fronius. Es wird hier über Bande gespielt und über eine Frequenzanhebung dem Fronius mitgeteilt, er solle aufhören Strom einzuspeisen. Es wird die Netzfrequenz missbraucht, um eine andere Information zu transportieren. Dieser Kniff funktioniert, solange man eine Insel betreibt. Die Multis müssen sich aber für die Netzzuschaltung auf das Netz synchronisieren und das liegt nun mal bei 50 Hz. Wenn die Fronius auf die Absenkung der Frequenz schnell reagieren und anfangen wieder Strom in die noch-Insel zu drücken, dann bleibt nur der Weg in den Akku - mit den beschriebenen Nebenwirkungen, falls der Akku voll ist.

Mir fallen adhoc 4 Wege ein:
A: den Grid-Code der Fronius auf AT stellen
B: den großen Fronius auf AC_IN
C: richtiges Interface zum Fronius (Modbus?)
D: den großen Fronius rauswerfen und auf MPPT umbauen

Könnte man da nicht einen Workaround über die “Hardverdrahtung” der Eingänge schaffen um den Fronius zu drosseln … Es sollten hier doch verfügbare Eingänge zur Verfügung stehen , mit denen man den Fronius von extern über einen Rundfunksteuerempfänger drosseln könnte …

Es gibt sicher Möglichkeiten das über die Eingange des Fronius zu steuern, aber ganz so einfach ist es nicht wenn Modbus in Prio 1 steht müsste diese Verbindung erst wegfallen um die DI des Fronius in Prio 2 zu aktivieren.

Aber hin oder her ist das MG50 am ACout eigentlich gar nicht zulässig wenn Netz am ACin anliegt. Das MG50 kennt keine dynamische Netzstützung mit Blindleistung….

Bei Fronius stecke ich ehrlich gesagt nicht in der Materie … aber bei meinen beiden Growatt schalte ich einfach bei 92% SOC und 94% SOC den AC weg da sie eh über die PV “aktiviert” werden und somit kein Problem damit haben.

Bleibt ja nur noch eine schlagartige Reduzierung der DVCC Ladespannung um den Akku aus der Gleichung heraus zu nehmen. Wo soll der Ladestrom schon hin, wenn der Akku nichts haben will … oder darf. Das sollte über NodeRed wohl hinzubekommen sein.

Und warum? 1:1 Recel nicht eingehalten?

Das wird nicht helfen. Wenn die Batterien voll sind melden sie ohnehin CCL0. Die Batterie bekommt man nicht raus aus der Gleichung, was würde das System tun? Achja die Frequenz erhöhen ne synchronisieren… wir drehen uns im Kreis.

… die 1:1 Regel ist locker eingehalten aber ich vermeide die unnötige Einspeisung und den “Stress” für das System und die Akkus. 1x Im Monat bleiben sie online bis das Balancing durch ist … ein Mppt von drei bleibt die gesamte Zeit in Betrieb … auch die anderen beiden bekommen eine Pause :stuck_out_tongue:

Aber der CCL von 0 kommt erst bei hohem SOC … man könnte einfach vorher eingereifen und eine kleine Reserve beibehalten.

Achso „Nulleinspeisung“ :wink:

… absolut 0 … eher mit 3 “l” … Nulll … :expressionless_face:

Naja… eine Reserve für den Fall dass das Netz ausfällt bei voller Sonneneinstrahlung und voller Batterie. Der richtige Ländercode schafft hier aber auch Abhilfe.

… das Henne / Ei Prinzip … VORHER schon wissen das der Strom ausfallen wird … :sweat_smile: … dann lieber noch ein bisschen in Kreis drehen

hallo,

also ich wuerde den akku nur bis 95% aufladen, solange er gut ausbalanciert ist, ist das absolut kein problem. wenn man nicht gerade ein so altes bms mit alter firmware hat, wie meine pylontech us2000c, dann hat man auch die min- und max-zellspannung und kann die ueberwachen. wenn die 30-40 mV auseinander gehen, dann laedt man den akku eben mal voll. nur darf dann eben das netz nicht ausfallen oder man macht das abends fuer ein paar stunden, bis die akkus wieder ausbalanciert sind. man muss dann zwar etwas strom kaufen, verhindert aber mit sicherheit, dass wegen der ac-pv das system ausfaellt!

eventuell reicht es ja schon, wenn du die ladespannung von 54,4V aus langsam erhoest bis der akku ausbalanciert ist. dann kann er jedenfalls noch mehr leistung aufnehmen als wenn du ihn immer gleich bis 56V auflaedst und vor allem, die ac-pv wird frueher abgeregelt. man kann das prima ueber die dvcc-spannung steuern, aber der wert wird auch bei jeder aenderung auf der ssd gespeichert. ich finde die loesung hier ueber ein virtuelles bms besser, das die daten des bms bekommt, aber die cvl reduziert wird. man kann auch die nutzung des bms ganz deaktivieren, muss dann aber die geraete zuruecksetzen, da die auf bms-steuerung stehen und benutzt die bat-parameter fuer den multi um das zu steuern.

wie hoch du die ladespannung einstellen musst, haengt davon ab, ab wann dein balancer anfaengt zu arbeiten.

hast du eigentlich auch mppts am system angeschlossen?

und wenn die ac-pv beim netzausfall bereits den groessten teil ihrer leistung eingespeist hat, weil der akkuladestrom zu diesem zeitpunkt bereits stark reduziert war, macht bei netzausfall weniger probleme, weil der akku bei einer kurzfristigen spannungserhoehung eben aucgh mehr leistung aufnehmen kann, als wenn er bereits mit maximalem ladestrom geladen wurde und das bei maximaler ladespannung.

du kannst aber auch eine dicke kondensatorbatterie parallel schalten, die kann auch einiges abfangen. zumindest kurzzeitig!

tschuess

Hallo Leute, danke für eure Hinweise und Vorschläge.

Ich antworte hiermit mal zusammengefasst zu den letzten Beiträgen:
Wie @Netrange schon gesagt hat, mit diesen basteleien drehen wir uns im Kreis. Als langjähriger Raspberry-Tüftler halte ich inzwischen auch von nodered etc in diesem Fall nicht viel. Für unzuverlässige Bastelarbeiten gut und schön, aber für verlässliche Ausführungen daugen diese Dinger nix.
Vor allem wenn das Netz im Hz-Bereich verrückt spielt, das BMS die Batterien trennt und die Spannung schwankt, laufen diese Komponenten keineswegs verlässlich und kacken womöglich ab. Sorry, aber nein, auch mit einer zusaätzlichen USV will ich das Zeug nicht betreiben.
Sorry, ich will hierzu niemanden persönlich angreifen, aber in Verbindung von Victron und einem ganzen Haus mit Smarthome soll es schon vernünftig laufen.

Ihr könnt gerne auch mal bei euch selbst probieren bis nur ca. 55V zu laden und dann ballert ihr ohne Rücksicht 10 kW in die Batterien. Diese steigen in kürzester Zeit aus, bei mir schalten zb. 3 von 4 Batterien relativ rasch ab bevor das Spiel mit über 61V beginnt und das BMS trennt.
Leute, der Spannungsanstieg geht so schnell, wir reden hier nicht von Minuten, eher von Sekunden.

Meine Änderungen:
Alles auf Gridcode AT1 (Fronius + Multiplus)
Ladespannung von 56,8 auf 56 V runter
Hz Variablen angepasst: 50,2 bis 51,3 und bei 51,5 AUS
Gridcode im MP: Wiederzuschaltzeit bei Netzausfall von 300 Sek auf 60 Sek runter und innerhalb 10Sek danach auf Vollast hochfahren.
Ich denke auch dass der Fronius nun ~300 Sek zum starten benötigt, vorher war das geschätz umgekehrt.

Heute kann ich die Umstellung leider nicht mehr testen, da wir Urlaub fahren, aber danach werde ich das genau analysieren.

Ich würde die Ladespannung wieter runter setzen .. auch um den Akku zu schonen…

man braucht nicht (dauernd) 100% …

Änderungen am Gridcode im Multi solltest du nur nach Absprache mit dem Netzbetreiber machen.

Pytes möchte/braucht diese Spannung aber.
Zudem ist die Ladesteuerung bei Pytes sehr gut, da kommt die höchste Zelle nur etwa 3,52V, was völlig unbedenklich ist.